„Historische“ Brände in Kalifornien: Himmel über San Francisco glüht orange

Feuerwehr

Seit Tagen befinden sich fast 14.000 Feuerwehrleute im Kampf gegen die verheerenden Wald- und Buschbrände in Kalifornien. Die Brände werden inzwischen als „historisch“ bezeichnet.

San Francisco

10.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Kalifornien und weiteren US-Küstenstaaten wüten verheerende Wald- und Buschbrände und bedrohen auch größere Städte.

In Kalifornien und weiteren US-Küstenstaaten wüten verheerende Wald- und Buschbrände und bedrohen auch größere Städte. © picture alliance/dpa

Im Kampf gegen die verheerenden Wald- und Buschbrände in Kalifornien sind mehrere Feuerwehrleute verletzt worden. Nach Angaben der Forstbehörde wurde eine Gruppe Helfer am Dienstag in dem küstennahen Los Padres National Forest bei Big Sur von Flammen umzingelt. Drei Verletzte seien in ein Krankenhaus geflogen worden. In den US-Westküstenstaaten Oregon und Washington bedrohten Waldbrände größere Städte.

Fast 14.000 Feuerwehrleute waren am Dienstag gegen 25 größere Brände in dem Westküstenstaat im Einsatz, wie die Brandschutzbehörde mitteilte. Gouverneur Gavin Newsom dankte den Helfern für ihren Kampf gegen die „historischen“ Feuer. In diesem Jahr sei bereits eine Rekordfläche von mehr als 8000 Quadratkilometer Land zerstört worden, dabei stehe die „Hochsaison“ für Feuer im Herbst noch bevor, betonte Newsom. Die Auswirkungen des Klimawandels seien überdeutlich, erklärte der Demokrat. Höhere Temperaturen trockneten Böden und Pflanzen stärker aus und machten sie für Feuer anfälliger.

Himmel über San Francisco leuchtet orange

Die durch die Brände verursachten Rauchschwaden sorgten darüber hinaus am Mittwochmorgen (Ortszeit) für ein ganz besonderes Phänomen: Denn diese sind so dicht, dass sie die Sonne in einigen Teilen Nordkaliforniens fast vollständig bedeckten. Die Folge: Der Himmel über San Francisco glühte am Morgen orange. Verschiedene Videos und Fotos, die Nutzer in den sozialen Medien posten, zeigen den Himmel über San Francisco kurz nach Sonnenaufgang.

Das seit Freitag wütende Creek Fire im Gebirge der Sierra Nevada breitet sich in dem schwer zugänglichen Waldgebiet weiter aus. Der Brand zerstörte bereits mehr als 60 Häuser und war zu null Prozent unter Kontrolle, wie die Feuerwehr erklärte. Trotz starken Rauches und gefährlicher Flugbedingungen konnten noch mehr Wanderer und Camper mit Militärhubschraubern aus der Gefahrenzone gerettet werden. Sie hätten am Dienstag über 200 Menschen in Sicherheit gebracht, teilte die Nationalgarde auf Twitter mit. Bereits am Wochenende waren mehr als 200 Urlauber mit Hubschraubern von einem Campingplatz in dem Wald ausgeflogen worden.

Auch in den nördlich von Kalifornien liegenden Westküstenstaaten Oregon und Washington wüten Waldbrände. Auf Satellitenbildern der US-Weltraumbehörde Nasa war eine riesige Rauchwolke zu sehen, deren Ausläufer sich bis zur Ostküste des Landes erstreckten. In Teilen von Medford, einer Stadt mit rund 83.000 Einwohnern in Oregon, mussten Menschen ihre Häuser verlassen, teilte der Sheriff im Bezirk Jackson County mit. Auch im benachbarten Bundesstaat Washington wurden Teile der knapp 50 Kilometer südlich von Seattle gelegenen Stadt Bonney Lake evakuiert, wie die Polizei berichtete.

RND