Hitze bringt Asphalt vielerorts zum Schmelzen

NRW-Städte betroffen

Die Hitze macht den Straßen in NRW zu schaffen. Vielerorts halten Asphaltdecken den Temperaturen nicht stand, sie werden weich oder platzen auf, gefährliche Spurrillen können entstehen. Besonders betroffen sind die Städte Lünen und Castrop-Rauxel. Aber auch Autobahnen sind nicht vor Hitzeschäden gefeit.

NRW

, 03.07.2015, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Durch die Hitze ist der Asphalt vielerorts weich geworden - allerdings sind die Auswirkungen in den NRW-Städten sehr unterschiedlich.

Durch die Hitze ist der Asphalt vielerorts weich geworden - allerdings sind die Auswirkungen in den NRW-Städten sehr unterschiedlich.

In Lünen ist rund ein Dutzend Straßen wegen der Hitze beschädigt, mit entsprechenden Negativ-Auswirkungen auf den Verkehr. Castrop-Rauxel kämpft ebenfalls mit geschmolzenem Asphalt an mehreren Stellen. 

Auch auf den Autobahnen gibt es Probleme. Aktuell etwa auf der A7 in Hamburg und auf der A5 bei Heidelberg. Der ADAC warnte, Autobahnen und Landstraßen könnten aufbrechen oder es entstünden Dellen. Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig fahren und den Sicherheitsabstand vergrößern.

Betonbeläge können aufplatzen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will verstärkt Autobahnen überwachen. Er habe einen Aktionsplan gegen Hitzeschäden auf den Autobahnen aufgelegt, sagte er unserer Redaktion. Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups, also aufgeplatzte Betonbeläge, am höchsten sei. „Alle Schäden werden umgehend repariert.“

In Nordrhein-Westfalen ist die Lage laut des Verkehrsbetriebs Straßen.NRW derzeit entspannt. "In NRW bestehen nur acht Prozent des Autobahnnetzes aus einzelnen Betonplatten, die mit kunststoffbeschichteten Dübeln miteinander verbunden sind", sagte Stephan Lamprecht, Sprecher von Straßen.NRW am Freitag auf Anfrage.

Die Platten dehnen sich bei Hitze aus und Unebenheiten werden in der Regel durch Dehnungsfugen ausgeglichen - der so genannte Blow-up-Effekt entsteht nur dann, wenn starke Spannungen zwischen den Platten entstehen. 

Bitumen, Split, Gesteinsmehl

Blow-ups können bei Asphalt daher nicht passieren. Aber auch dieser Belag kann unter extremer Hitze weich werden und sich verformen. Bei Asphalt handelt es sich um ein Gemisch unter anderem aus dem Erdöldestillat Bitumen, Split und Gesteinsmehl.

Doch warum kämpfen einige Städte mit vielen Schäden durch Hitze, während andernorts - beispielsweise in Schwerte - die Asphaltdecken stand halten? 

ADAC-Sprecher Peter Meintz zählt ebenfalls viele Gründe auf, weswegen der Asphalt sich mancherorts in Pudding verwandelt - und an anderer Stelle nicht. "Es gibt nicht den Asphalt. Die Mischungen können massiv voneinander abweichen, je nachdem welche Aufgaben die Straße erfüllen soll."

  • Ist die Straße für ein hohes oder niedriges Verkehrsaufkommen geplant?
  • Wie ist der Untergrund, auf dem die Straße errichtet wird?
  • Soll sie ewig halten oder bekommt sie eine Verschleißdecke, die regelmäßig erneuert wird?    

Und dann komme noch der Faktor menschliches Versagen hinzu, sagt Meintz. "Manchmal wird der Asphalt eben nicht richtig angemischt. Es gibt Verarbeitungsfehler, Einbaufehler... Oder Pfusch: Manche Firmen sparen bei der Mischung, in der Hoffnung das es nicht auffällt."

Billig-Asphalt absichtlich angebracht?

Die Vermutung, die einige Bürger momentan mit Blick auf die klamme Kasse ihrer Stadt hegen, dass Kommunen absichtlich Billig-Asphalt einkaufen, weist Meintz zurück: "Das ist reine Spekulation." Allerdings gebe es den Zusammenhang, dass alte Straßen, die aus Kostengründen lange nicht saniert worden sind, eher der Hitze zum Opfer fallen als neue.

Übrigens sind auch Schienenfahrzeuge nicht vor Hitzeproblemen gefeit: In Essen konnte am Freitag die Linie U11 nicht fahren, weil die Wärme Bitumen unter den Schienen zum Schmelzen gebracht hatte

Mit Material von dpa

Wo haben Sie eine geschmolzene Straße gesehen?