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Hitzige Diskussion um Funkmast in der Bittermark

Anwohnerversammlung

Ein Funkturm in der Bittermark – davon sind die Anwohner alles andere als begeistert. Hitzig diskutierten sie am Donnerstagabend mit Vertretern der Telekom und der Stadt. Und das mit einem Ergebnis: Die Politik hat bereits eine Idee, ob sie den Bau genehmigen wird oder nicht.

BITTERMARK/KIRCHHÖRDE

, 19.02.2016
Hitzige Diskussion um Funkmast in der Bittermark

Frank Weinbrenner von der Telekom hat mit etwa 180 Einwohnern in der Werkstätte Gottessegen über die Errichtung eines Funkmastes in der Bittermark diskutiert.

„Ihre Interessen müssten gegen unsere abgewägt werden, haben Sie gesagt“, stieg eine Einwohnerin mit ihrer Frage an Frank Weinbrenner ein. „Wir brauchen den Funkmast nicht und Sie sparen eine Menge Geld. Also können wir die ganze Veranstaltung doch sein lassen.“

Etwa 180 Bürger waren zu einer Einwohnerinformationsveranstaltung in die Werkstätte Gottessegen in Kirchhörde gekommen, um mit Vertretern der Telekom und der Stadt über den Bau eines Funkmastes an der Straße Igeldiek in der Bittermark zu diskutieren – und um 1000 Unterschriften der Einwohner gegen den Funkturm zu überreichen.

Viele Besucher seien mit dem Mobilfunk vor Ort zufrieden, obwohl Frank Weinbrenner, Vertreter der Telekom, das Mobilfunknetz in der Bittermark und Kirchhörde lückenhaft nannte.

Hässlicher Betonbau, zu hohe Belastung

Weinbrenner nannte die zusätzliche gesundheitliche Belastung durch den Funkmast unbedenklich, selbst bei einer gleichzeitigen maximalen Auslastung des neuen Funkmastes mit allen anderen der Umgebung würden die Grenzwerte für Strahlenbelastung nicht überschritten. Viele Einwohner kritisierten auch dies: Die Grenzwerte würden in Deutschland zu selten angepasst und seien sowieso fragwürdig, da Wirtschaft und Forschung zu nah beieinander lägen.

Auch die Veränderung des Ortsbilds finden die Einwohner hässlich: Der 25 Meter hohe Betonbau werde deutlich zu sehen sein – und das in einem (noch) Landschaftsschutzgebiet. Von einer Sichtbarkeitsanalyse ließen sich die Einwohner nicht beeindrucken: Mit einem Hubsteiger – einer hydraulischen Arbeitsplattform – hatte die untere Landschaftsbehörde den Turm simuliert und von umliegenden Stellen Fotos gemacht. Ein Besucher hegte Verdacht gegen die Korrektheit dieser Analyse: „Auf dem Foto ist der Turm zwar nicht zu sehen, aber mein Auto. Es wirkt, als hätte man es aus der Hocke gemacht.“

Schlechte Versorgung der Mobilfunknetze

Bezirksbürgermeister Hans Semmler, der die Veranstaltung moderierte, stellte zum Ende der Diskussion die Frage: „Was würde passieren, würde dieser Funkmast nicht gebaut werden?“ Weinbrenner wisse nicht, wie lange die Telekom für die derzeitige Nutzung des Vodafone-Mastes in der Umgebung bestehe. „Nach meiner Sicht würde unser Unternehmen an dieser Stelle mittelfristig keinen Standort mehr haben, wenn der Funkmast nicht gebaut wird. Die Versorgung der Mobilfunknetze ist dann schlecht und lückenhaft.“

„Natürlich ist die Mobilfunk-Abdeckung ungewiss, wenn die Telekom den Vodafone-Turm nicht mehr nutzen darf“, so Semmler. „Aber einem derartigen Votum der Bürger wird sich die Politik nicht entziehen“, sagte der Bezirksbürgermeister. „Ich gehe davon aus, dass die Bezirksvertretung am 8. März den Antrag zum Bau des Turms ablehnen wird.“