Hitzige Diskussion zwischen Kinderpflegerinnen und Minister Laschet

Keine befriedigenden Antworten

MITTE Über die aus ihrer Sicht untragbaren Bedingungen der Zusatzqualifizierung für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren haben am Dienstag fast 100 Kinderpflegerinnen mit NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU) diskutiert - und dabei weitgehend unbefriedigende Antworten erhalten.

von Von Christoph Walter

, 16.02.2010, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW-Integrationsminister Armin Laschet.

NRW-Integrationsminister Armin Laschet.

Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) des Landes sieht für ausgebildete Kinderpflegerinnen eine zweieinhalbjährige, berufsbegleitende Zusatzausbildung vor, um als Ergänzungskräfte zu staatlich anerkannten Erzieherinnen im U-3-Bereich arbeiten zu dürfen. Berufserfahrene Kinderpflegerinnen fühlen sich durch die Politik gegängelt. Andere wissen nicht, wie sie ihre Voll- oder Teilzeitjobs und ihr Familienleben allein zeitlich mit der anspruchsvollen Qualifizierung unter einen Hut bringen sollen. "Es mangelt nicht am Fortbildungswillen", stellte eine Diskussionsteilnehmerin eingangs klar, "sondern an unserer Zeit."

Akzeptanz steigern Die Teilzeit-Pflegerin Silke Wirth (39), Mutter von zwei Kindern, und drei ihrer Kolleginnen, die wie sie das erste Jahr der Fachausbildung hinter sich haben, rechneten Laschet vor, dass unterm Strich pro Woche gerade einmal 20 Stunden für die Familie und 2,5 Stunden Freizeit übrig blieben - "viel zu wenig". Ihre Kernforderungen: Die Zusatzqualifizierung erheblich zu verkürzen. Eine Freistellung vom Job zu ermöglichen. Und die Akzeptanz ihrer Kompetenz zu steigern.

Laschets Stellungnahmen erhitzten die Gemüter in dem rappelvollen Klassenzimmer des Alice-Salomon-Berufskollegs. Der Minister gab zu verstehen, dass allein die Kultusministerkonferenz die Verantwortung für den Umfang der Qualifizierung trage. "Sie musste eine gemeinsame Lösung für 16 Bundesländer finden." NRW könne da kein eigenes Süppchen kochen und sie verkürzen.

Auch liege es nicht an ihm, dass bei der Kompetenzfrage zwischen Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen bei meist faktisch gleicher Tätigkeit unterschieden werde, setzte Laschet seine Flucht nach vorn fort. Es seien die Träger der Einrichtungen, die darauf beharrten. Und die müssten am Ende auch selbst darüber entscheiden, ob sie ihre Angestellten für die Qualifizierung freistellen.