Hochwertiger Humor: "Verwandte sind auch Menschen" im Saalbau

WITTEN Mit „Verwandte sind auch Menschen“, der Komödie in drei Akten nach Erich Kästner in der Inszenierung von Dieter Ballmann, beendete die Theatergemeinde Volksbühne ihre Saison 2008/09 im ausverkauften Saalbau unter starkem Beifall ausgezeichnet amüsant.

von Von Dietmar Bock

, 20.03.2009, 13:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Szene aus Erich Kästners Lustspiel "Verwandte sind auch nur Menschen".

Szene aus Erich Kästners Lustspiel "Verwandte sind auch nur Menschen".

Ebenso spitzfindiger wie feinfühliger, bisweilen aber auch sarkastischer Witz paarte sich mit genau platzierten Pointen, die vom ausgesprochen sehr guten Ensemble punktgenau dargebracht eine gelungene Symbiose eingingen. Perfekt wie ein eidgenössisches Uhrwerk die Zeit anzeigt, präsentierten Rainer Hunold & Co. (“Neues vom Bülowbogen“, „Ein Fall für zwei“) mittels bestens einstudierter Situationskomik und wohl ausformulierter Knalleffekte feinsten Humor.

Ein Beleg für die Klasse der Riehener Theatergemeinschaft ist die Tatsache, dass ein so ausgezeichneter Schauspieler wie Hunold, der den mit allen Wassern gewaschenen Justizrat Klöckner (“Als Anwalt und Mensch? - Das muss man trennen!“) galant als „notorisch notarischen Schwindler“ gibt, seine Mitakteure nicht übermächtig überstrahlte. Das Ensemble sorgte Donnerstagabend dafür, dass der reiche Mann aus Amerika, der sich totsagen lässt und sich an seinen Verwandten für eine für ihn ergebnislos verlaufende Erbangelegenheit rächen will, zu einem Riesenspaß wurde. Dieter Ballmann inszenierte eine intelligente Komödie, die ihren eigenen Charme hat.