Höckelmann ließ es wuchern - aber kontrolliert

Lehmbruck-Museum

Ein Hase im Sprung, reliefartig aus Alufolie geformt und in expressiver Farbigkeit bemalt, empfängt die Besucher der Ausstellung "Antonius Höckelmann" im Duisburger Lehmbruck-Museum. Kurator Michael Krajewski hat einen kleinen, aber feinen Künstlerraum gestaltet, um den 1937 im westfälischen Oelde geborenen, 2000 in Köln verstorbenen Maler und Bildhauer in seiner Vielfalt vorzustellen.

DUISBURG

, 01.01.2015, 12:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Höckelmann ließ es wuchern - aber kontrolliert

Elke und Werner Zimmer vor der Plastik »Europa und der Stier« (1994) in Duisburg

"Höckelmann hat nie Höchstpreise erzielt, wohl aber viele Sammler für sich gewonnen", weiß Elke Zimmer, die zusammen mit ihrem Mann Werner die Schau ermöglicht hat. 17 der 21 gezeigten Werke sind Schenkungen des Düsseldorfer Galeristenehepaars ans Museum. Hinzu kommt von ihnen mit der imposanten "Pergamon"-Collage als Leihgabe das wohl berühmteste Werk des Künstlers, das 1982 auf der Documenta 7 zu sehen war. Obwohl ausgebildeter Holzbildhauer, wurde Höckelmann eher als der "Vollblutzeichner", der er ebenfalls war, wahrgenommen.

Menschen, Tiere (immer wieder Pferde) und die Mythologie bildeten feste Themenkreise. Und stets, so Elke Zimmer, war ein "Tuschegerüst" die Grundlage seiner Arbeiten, während am Ende oft ein Holzrelief stand. Eindrucksvolle Beispiele dafür ist das aus Sperrholz gefertigte Relief "Traber 2" von 1985. Höckelmanns bildhauerische Haupttechniken kommen in der Plastik "Europa und der Stier" (1994) zum Ausdruck: Während die Europa aus einem Styroporblock herausgearbeitet ist, wurde der Stier umgekehrt, gleichsam aus dem Nichts, aus Alufolie geformt. Aufgetragene andere Materialien wie Textilfetzen, Gaze oder Stahlwolle verschleiern die Grundmaterialien.

Viele der bizarr wuchernden Plastiken wirken expressionistisch. Wie überlegt und kontrolliert Höckelmann indes schuf, ist Filmaufnahmen zu entnehmen, die den Künstler bei der Arbeit an seinem "Pergamon"-Bild zeigen.

 

Lehmbruck-Museum Duisburg: "Antonius Höckelmann", bis 1.2., Friedrich-Wilhelm-Str. 40, Mi-Sa 12-18 und So 11-18 Uhr.

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