Höhere Wahlbeteiligung als 2017: Rund die Hälfte der Menschen in NRW hat schon gewählt

Bundestagswahl 2021

Im Vorfeld der Wahl verzeichneten viele Städte in NRW Rekordwerte bei der Zahl der Briefwahlen. Bis zum Mittag lag auch die Wahlbeteiligung deutlich höher als noch 2017.

Düsseldorf

26.09.2021, 14:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr Menschen als 2017 haben bereits bis zum Mittag in NRW ihre Stimme abgegeben.

Mehr Menschen als 2017 haben bereits bis zum Mittag in NRW ihre Stimme abgegeben. © picture alliance/dpa

Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in Nordrhein-Westfalen eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als beim Urnengang 2017 ab. Bis 12 Uhr hätten 44,8 Prozent der Wahlbeteiligten ihre Stimmen abgegeben, teilte der Landeswahlleiter am Sonntag mit. Zum gleichen Zeitpunkt bei der Wahl 2017 lag der Wert nur bei 40,1 Prozent. Für die Schätzung waren Stichproben in zwölf Kreisen und kreisfreien Städten genommen wurden, darunter Düren, Gütersloh, Düsseldorf, Essen und im Rhein-Kreis Neuss.

Landeswahlleiter Wolfgang Schellen betonte die Bedeutung des Urnengangs als „wesentliches Teilhaberecht unserer Demokratie“. In dem bevölkerungsreichsten Bundesland sind 12,9 Millionen Bürger aufgerufen, ihre Stimmen zur Bundestagswahl abzugeben. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet. Rund 110.000 Wahlhelfer sollen in NRW für einen reibungslosen Ablauf in etwa 16.000 Wahlräumen sorgen.

Rekordwerte bei der Zahl der Briefwahlanträge

Mehrere Städte hatten in den vergangenen Tagen bereits über Rekordwerte bei der Zahl der Briefwahlanträge berichtet - Dortmund zum Beispiel hatte rund 156.000 Briefwahlunterlagen ausgestellt, vier Jahre zuvor waren es nur 97.000 gewesen.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Wahlbeteiligung in NRW insgesamt mit 75,4 Prozent etwas unter dem bundesweiten Wert von 76,2 gelegen. Entschieden wird über die Zusammensetzung des 20. Deutschen Bundestags, der dann einen neuen Kanzler wählen wird. Angela Merkel (CDU) tritt nicht mehr an. Aus NRW bewirbt sich Ministerpräsident Armin Laschet für die Union um die Kanzlerschaft. Die SPD hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz ins Rennen geschickt, für die Grünen kandidiert ihre Bundesparteichefin Annalena Baerbock.

Unions-Kanzlerkandidat Laschet ging am Sonntagvormittag an seinem Wohnort Aachen zu Fuß zum Wahllokal und gab dort seine Stimme ab. Der Christdemokrat warb dafür, zur Wahl zu gehen. Die Bundestagswahl entscheide über die Richtung Deutschlands in den nächsten Jahren, sagte er. „Und deshalb kommt es auf jede Stimme an.“

Laschet nach der Wahl definitiv in Berlin

Der SPD-Kanzlerkandidat von 2017 und Ex-Bundeschef der Sozialdemokraten, Martin Schulz, der aus Würselen bei Aachen kommt, gab ebenfalls seine Stimme ab. Auf Twitter veröffentlichte er ein Video, in dem er sagte: „Heute kann man mit seiner eigenen Stimmabgabe die Zukunft des Landes gestalten - eine Zukunft mit Respekt, in Sicherheit für unsere Kinder und Kindeskinder und eine Zukunft, in der es ein starkes Europa gibt.“

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Umfragen zufolge gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Laschet und dem jetzigen SPD-Kanzlerkandidaten Scholz. Aller Voraussicht nach wechselt Laschet nach der Wahl von Düsseldorf nach Berlin - ein „Rückfahrticket“ hatte er wiederholt ausgeschlossen. Dann würde NRW noch vor der Landtagswahl im Mai 2022 einen neuen Ministerpräsidenten oder eine neue Ministerpräsidentin der aktuellen schwarz-gelben Koalition bekommen. Wer das sein könnte, ist noch völlig offen.

dpa

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