Hörder Gärtner haben viel Arbeit vor sich

Verein "An der Kluse"

Vor fast genau einem Jahr begann für die Grabeland-Gärtner aus dem Verein „An der Kluse“ an der Seydlitzstraße der Kampf um die Zukunft ihrer Paradiese. Der Bau von Wohnungen an dieser Stelle wurde gestoppt. Aus dem geduldeten Grabeland soll ein offizieller Kleingarten werden - das bedeutet viel Arbeit.

HÖRDE

, 16.05.2017 / Lesedauer: 2 min
Hörder Gärtner haben viel Arbeit vor sich

Schutt, wo einst eine Hütte stand: Ralf Michalak in seinem Garten, der noch als Grabeland geführt wird, bis Jahresende jedoch zum Kleingarten im Sinne des Bundeskleingartengesetzes umgewandelt werden soll.

Im Sommer 2016 hatten sich die Nutzer der Gartenflächen auf Grabeland an der Seydlitzstraße erfolgreich dagegen gewehrt, dass ihre Gärten zu Bauland werden. Die Auflage dafür war der Eintritt in den Stadtverband Dortmunder Gartenvereine. Das ist verbunden mit einer Reihe von Vorgaben.

Nur noch 24 Quadratmeter

Zahlreiche nicht erlaubte Aufbauten müssen abgerissen werden. Gartenlauben dürfen nicht mehr größer als 24 Quadratmeter sein. Es gibt Vorschriften, wie die „gärtnerische Nutzung“ nachgewiesen wird. Außerdem sollen die Wege durch die Anlage verbreitert werden.

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Was das im Einzelfall bedeutet, ist derzeit im Garten von Ralf Michalak sichtbar. Neben Kräutern und Salat wächst der Berg aus Schutt und Steinen. Eine Hütte auf seinem Grundstück musste Michalak schon abreißen, weitere kleinere Arbeiten stehen noch an. Seine Holz-Laube darf stehen bleiben. „Gerade noch so“ habe es gepasst, berichtet der Hörder.

„Der Stadtverband hat uns gesagt: Ihr fangt hier bei Null an.“ Das sei eben der Preis dafür, dass die Gärten überhaupt bleiben dürfen. Mehrere Hütten müssen in den nächsten Monaten noch abgerissen werden. Ein Problem sind laut Michalak auch alte Abwasserrohre, die unter Lauben verlaufen. Seine ganz persönliche Prognose: „Das dauert noch Jahre, bis hier alles fertig ist.“ Spricht er und macht sich wieder an die Arbeit. Alles auf eigene Muskelkraft und eigene Rechnung.

Umbau bis Dezember

In der vergangenen Woche war die Frage nach dem Stand der Dinge an der Seydlitzstraße auch in der Bezirksvertretung Hörde aufgekommen. SPD-Ratsfrau Edeltraut Kleinhans, in den vergangenen Monaten regelmäßiger Gast bei Sitzungen der Gärtner, berichtete den Bezirksvertretern von der Seydlitzstraße. Bis Dezember, so Kleinhans, müssen die Auflagen des Stadtverbands umgesetzt sein.

Im Juni 2016 hatte die Stadt Dortmund den Bau von Wohnungen auf dem Gelände zwischen Seydlitzstraße und Emscherweg angekündigt. Dagegen protestierten die Mitglieder der über 100 Jahre alten Gartengemeinschaft. Unter dem Titel „Hörde 269“ starteten sie eine Kampagne gegen den Bau der Wohnungen. Durch den öffentlichen Druck schlug sich die lokale Politik relativ schnell auf die Seite der Gärtner. Unter anderem setzte sich die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Middendorf für den Verein „An der Kluse“ ein. Im September 2016 fiel schließlich die Entscheidung in einem Gespräch zwischen Verwaltung, Gärtnern und Vertretern der Fraktionen in Rat und Bezirksvertretung. Das Ergebnis: Die Fläche wird in eine Kleingartenanlage umgewandelt und ist damit vor Bebauung geschützt.

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