Hommage an Dichter Gainsbourg

Ruhrfestspiele

"Die Schönheit ist die Rache der Frauen" heißt es in einer Gedichtszeile von Serge Gainsbourg - und um die Liebe in unterschiedlichen Ausprägungen und ihr Entschwinden drehen sich die meisten Texte der Lesung "Gainsbourg, großer Dichter". Altstars des französischen Films und der Musikszene des Nachbarlandes präsentierten seine Miniaturen am Wochenende bei den Ruhrfestspielen im großen Saal des Festspielhauses in Recklinghausen.

RECKLINGHAUSEN

von Von Britta Helmbold

, 31.05.2015, 13:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hommage an Dichter Gainsbourg

Miniaturen von Serge Gainsbourg präsentierten (v.l.) Michel Piccoli, Jane Birkin und Hervé Pierre.

Neben Gainsbourgs Lebensabschnittsgefährtin Jane Birken lasen Michel Piccoli, der bereits 1996 bei den Ruhrfestspielen in Robert Wilsons Inszenierung "La maladie de la mort" von Marguerite Duras zu sehen war, und der hierzulande wohl weniger bekannte, aber der eigentliche Star der Hommage, Hervé Pierre von der Comédie Française.

Dauerlächelnde Mimen

Denn Pierre verfügt über eine Stimme, die zu fesseln weiß, die Texte mit Leben und Humor füllt. Jane Birkin, im jugendlichen Outfit, lässt ihre mädchenhaft anmutende Stimme sanft erklingen und Michel Piccoli liest zusammengesunken mehr nuschelnd ab. Auf der Nase haben die Mimen mittlerweile alle eine Brille und ein gute Laune ausstrahlendes Lächeln im Gesicht - bis zum Ende der 90-minütigen Lesung.

Lautmalereien

An der Rampe hat jeder sein Lesetischchen mit Lampe und im Hintergrund spielt Fred Maggi auf einem Flügel ab und an ein paar Töne. Reihum präsentiert das Trio die kleinen Texte, die oft melancholisch, aber auch erotisch, poetisch und witzig sind.

Humorvoll sind Gainsbourgs Wortspielereien und Lautmalereien. Da teilen sich die Interpreten auf der Bühne auch schon mal einen Text: Pierre erzählt vom Comic-Mädchen und Jane Birkin liefert die typischen Sprechblasen-Laute dazu: Piff, Blob, Wizz.