Hommage an Terry Riley

Ruhrtriennale

53 kurze Klang-Motive, notiert auf einer einzigen Seite: Mit seiner Komposition "In C" hat Terry Riley 1964 einen Grundstein für die Minimal Music gelegt. Das spannende an ihr: Sie klingt bei jeder Aufführung anders - besonders dann, wenn ein anderes Ensemble am Werk ist. Im Programm der Ruhrtriennale erklang sie am Samstag gleich zweimal in der Bochumer Jahrhunderthalle.

BOCHUM

, 30.08.2015, 13:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hommage an Terry Riley

Tyondai Braxton

Africa Express ist ein Musikerkollektiv, mit dem schon Damon Albarn von Blur kooperierte. Gemeinsam mit dem Dirigenten des Berliner Kammerensembles Stargaze, André de Ridder, hat es eine "Mali-Version" von "In C" erarbeitet, die den Abend zu "80 Jahren Terry Riley" eröffnete. Mittendrin an Bass und Gesang musizierte Metronomy-Mitglied Olugbenga Adelekan.

Nicht nur wegen des Gebrauchs von Instrumenten wie Balafon oder Kalimba bekam die Komposition einen deutlich hörbaren afrikanischen Einschlag. Die Musiker gingen zudem offenbar frei mit einigen Patterns um, improvisierten über die Klangfolgen, steuerten Gesänge und Spoken-Word-Passagen bei.

Roboter im Einsatz

Formal strenger wirkte die Version der elektronischen Musiker Tyondai Braxton und Mouse on Mars. Größtmögliche Exaktheit erreichten sie durch den Einsatz von "Sonic Robots", Robotern also, die zum Beispiel den beständigen Puls des Stücks auf der Gitarre anschlugen. Äußerst mitreißend geriet ihr Finale mit knackigen Break-Beats.

Nicht wirklich überzeugen konnte hingegen das audiovisuelle Klangexperiment des jungen Walisers Lewis Roberts, der zehn Streicher von Stargaze fernsteuerte. Die Qualität von Terry Rileys Werken erreichte seine Hommage nicht.