Honoré Daumiers Karikaturen in der Dorstfelder DASA

IM WESTEN Ein scharfes Auge, einen beißenden Humor und eine flinke Hand: Das zeichnet einen guten Karikaturisten aus. Einer der Besten seiner Zunft war Honoré Daumier.

von Von Jennifer Riediger

, 17.02.2009, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Honoré Daumiers Karikaturen in der Dorstfelder DASA

Wie entsteht eine Lithografie? Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung lernten einiges über diese Technik.

So wird auf einem Druck König Louis-Philippe in einer Druckpresse einer oppositionellen Zeitung zerquetscht. Daumier reagiert damit auf die Zensur, die regierungskritische Blätter durch die Juli-Monarchie zu fürchten hatten, und stellt die Macht der Presse dar. Aber auch das alltägliche Zeitungsgeschäft wird von Daumier karikiert.

Er selbst war ab 1831 und 1832 für zwei satirische Zeitschriften tätig. „Das ist das Besondere an Honoré Daumier: Er war kein weltfremder Künstler, sondern selbst Teil des Metiers“, erklärt Doktor Roger Münch, Direktor des deutschen Zeitungsmuseums und ergänzt: „Seine Gedanken zum Thema Zeitung sind heute immer noch aktuell.“ Das zeigt sich besonders in einer von Münchs Lieblingskarikaturen. In „Les journaux bienfaisans“ (Die Wohltaten der Zeitung) zeigt Daumier spöttisch den Kampf der Zeitungen um ihre Abonnenten. Hier wirbt ein Verkäufer mit Gastgeschenken von Sammelalben bis hin zu Gurken um seinen Kunden. „Das kennt man doch heute auch“, sagt Roger Münch. Die Brisanz der Bilder fasziniert auch Helga Nehme. „Wenn man es geistig überträgt, sind sie auch heute noch gültig“, findet die Besucherin. Aber auch die spitze Feder Daumiers bewundert sie. „Der Spott und der Witz sind einfach unglaublich.“,

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