Hoppelhäsin jagt hohe Tiere

"Zoomania" im Kino

Man sollte denken, dass bei vermenschlichten Tieren alles ausgereizt ist im Trickgenre, doch Disneys "Zoomania" belehrt uns eines Besseren: Unterhaltung mit Hintersinn, viele Ideen, tolle Optik und eine tierisch witzige Menagerie von Viechern. Starker Film.

DORTMUND

, 02.03.2016, 14:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Einer der raren Streifen, wo Kinder giggeln und Erwachsene sich nicht unter Niveau amüsieren, weil im Subtext knuffiger Gags eine zweite Ebene durchlugt, die viel mit dem Amerika von heute zu tun hat: Mit Rassismus, Ausgrenzung und der Angst, im Nachbarn könne eine wilde Bestie schlummern.

Eindringliche Botschaft witzig verpackt

Wo die Paranoia vor den "Anderen" grassiert, bleiben Gleichheit und gleiche Chancen ein Utopia. "Zoomania" lässt sich als Plädoyer für das Miteinander lesen, als Aufforderung, den amerikanischen Traum nicht sterben zu lassen. Die Botschaft kommt ganz spritzig daher, so elegant verpackt, dass sie nicht zu Didaktik gerinnt, sondern leichtfüßig mitläuft.

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Zoomania bietet kluge Komik aus der Tierwelt

"Zoomania" ist der neues Geniestreich der Disney-Studios. Der Animationsfilm spielt in der Tierwelt. Im Mittelpunkt steht die Hasendame Judy Hobbs, die unbedingt Polizistin werden will und dabei mutig gegen die ganz großen Tiere antritt.
02.03.2016
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Endlich hat sie es zur Polizei geschafft - aber Judy Hobbs soll nur Knöllchen schreiben. Und der Fuchs Nick Wilde ist auch nicht gerade daran interessiert, ihr bei ihrem ersten Fall zu helfen. © Foto: Walt Disney Studios
Doch die beiden raufen sich schließlich zusammen. © Foto: Walt Disney Studios
Chief Bogo nimmt die Hasendame nicht für voll. © Foto: Walt Disney Studios
Und auch mit den Kollegen hat sie es nicht leicht. © Walt Disney Studios
Doch Judy ist einfach pfiffiger als andere. © Foto: Walt Disney Studios
Die Ermittlungen führen Judy in die Unterwelt zu einer gefährlichen Maus. © Foto: Walt Disney Studios
Der Film hat einfach zum Brüllen komische Szenen. © Foto: Walt Disney Studios
Die Stadt Zoomania ist äußerst liebevoll gestaltet. © Foto: Walt Disney Studios
Die verschiedenen Teile der Stadt sind auf die Bedürfnisse der Tiere zugeschnitten. © Foto: Walt Disney Studios
Auch am Bahnhof ist richtig was los. © Foto: Walt Disney Studios
Popstar Gazelle singt mit der Stimme von Superstar Shakira. "Try Everything" heißt der Titelsong des Films. © Foto: Walt Disney Studios

Der Film entführt uns in eine Stadt, in der alle Tiere friedlich zusammenleben. Ein buntes Disneyland, nach dem Judy Hopps sich immer gesehnt hat. Judy ist eine süße Hoppelhäsin, die Papas Karottenfarm Ade sagt, um in der Metropole Polizistin zu werden. Hat sie hat die Police Academy gemeistert, bloß um Parksünder aufzuschreiben?

Judy will einen richtigen Fall, und weil Kleinsäuger von Amts wegen nicht diskriminiert (!) werden dürfen, kriegt sie ihren Fall: Ein Otter ist verschwunden. Judy tut sich mit einem halbseidenen Fuchs zusammen und ermittelt. Die Spur führt in die Unterwelt, wo eine Spitzmaus (nuschelnd wie Brandos Don Corleone) das Sagen hat. Sie führt in einen Nudisten-Club, dann in ein Labor, wo ein Walter White auf Pfoten eine teuflische Droge kocht. Jetzt sind wir in einem Krimi, der von der Korruption hoher Tiere erzählt.

Flash, das Faultier

Bei der KFZ-Meldestelle schaut Judy auch vorbei. Die Beamten dort sind Faultiere, sie denken und arbeiten in Zeitlupe. Die Szene ist ein Brüller, köstlich getimte Comedy! Später hat Faultier "Flash" noch einen Auftritt. Slapstick, Drolliges, Thriller-Elemente, Gesellschafts-Parabel - "Zoomania" (Regie: Byron Howard, Rich Moore) vereint das auf erfrischende Weise. Wenn am Schluss eine Gazellen-Shakira singt und Show-Tiger Gogo tanzen, hüpft einem das Herz vor Wonne.

 

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