Horst Lichter: Kochen und Comedy gleichzeitig

Show im RuhrCongress

BOCHUM Böse Zungen behaupten, Horst Lichter könne besser den Clown spielen als kochen. Anstatt zu dementieren nimmt er dies lieber zum Anlass, um mit einem eigenen Bühnenprogramm auf Tournee zu gehen. Am Samstagabend belustigte er knapp 1000 Zuschauer im RuhrCongress.

von Von Christian Meiners

, 08.11.2009, 15:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Horst Lichter in Acton auf der Bühne.

Horst Lichter in Acton auf der Bühne.

Nach den Schmeicheleien das Programm: Gnadenlos und gnadenlos komisch zog der Verfechter der deftigen Männerküche über aktuelle Kochtrends her. Das vielzitierte Sushi etwa verstößt glatt gegen seine Berufsehre: „Ich bin Koch geworden, weil ich kochen will - nicht falten.“ Als Alternative empfahl er, Fischstäbchen zu schälen. Wenig Verständnis hatte er auch für seine vielen sternedekorierten Kollegen, die kalt gepresstes Olivenöl anpreisen, obwohl es gar kein heiß gepresstes gibt, bei denen normales Salz verpönt ist, die nur noch mit „Fleur de Sel“ würzen, und die sogar aus einem Minzblättchen ein „Schäumchen“ machen.

Selbstironie bewies er mit Schwänken aus seiner Jugend. Auch im flotten Anzug aus den Siebzigerjahren und mit Minipli - ein missglücktes Friseurexperiment - machte er auf der Bühne eine gute Figur. Ganz nebenbei wurde auch gekocht - und zwar deftig. Da passte auch schon mal ein ganzes Pfund Butter auf eine Messerspitze - „Wer definiert eigentlich Messerspitze?“ - und der kleine Schuss Eierlikör wurde zu einer ganzen Flasche. „Das Ganze muss jetzt zwei, drei Stunden reduzieren“, befand Lichter angesichts der Pfanne, die bis zum Rand mit Hochprozentigem gefüllt war. Zu dessen Freude konnte das Publikum anschließend jedes Gericht probieren. Am Ende des Abends sollte den Kritikern klar geworden sein: Horst Lichter kann sowohl den Clown spielen als auch gut kochen. Damit hat er all den ambitionierten Sterneköchen einiges voraus.