Hospizhelfer leisten Lebens- und Sterbebegleitung

Ehrenamt

BOCHUM Mit dem Projekt "Gemeinsam unterwegs" bietet das Katharina-von-Bora-Haus ein besonderes Tätigkeitsfeld für ehrenamtliche Helfer: Bereits vor der Hospizphase begleiten sie Menschen und stehen ihnen bei. Themen wie Krankheit und Tod werden dabei nicht ausgeklammert.

von Von Julia Wessel

, 22.12.2009, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Leiterin Bärbel Abrolat (2.v.r.)

Die Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Leiterin Bärbel Abrolat (2.v.r.)

Gemütliches Licht erhellt die frühabendliche Vorweihnachtsdunkelheit. In der Mitte des Stuhlkreises steht ein roter Adventsstern. Die Flamme einer Kerze flackert. Hin und wieder erfüllt Gelächter den Raum. Aufmerksam hören die zwölf ehrenamtlichen Hospizhelfer dem lebhaften Vortrag von Pfarrerin Susanne Kuhles zu. Manchmal bringt einer von ihnen eine eigene Erfahrung in das Treffen mit ein.

Mit dem Projekt "Gemeinsam unterwegs" bietet das Katharina-von-Bora-Haus ein besonderes Tätigkeitsfeld für ehrenamtliche Helfer. "Unsere Mitarbeiter begleiten die Bewohner schon vor der Hospizphase", erklärt Bärbel Abrolat vom Altenzentrum der Diakonie. "So haben sie die Möglichkeit, etwas über die Menschen zu erfahren."

Krankheit und Tod sind für viele Themen, die allzu gern vermieden werden. Das weiß auch Rosemarie Fischer: "Ich war mir am Anfang nicht sicher, ob ich damit zurecht komme", so die Bankkauffrau, "aber die Menschen hier gehen mit dem Tod anders um." Wie alle in der Gruppe ist sie ausgebildete Hospizhelferin. Sie sind zu einem starken Team zusammengewachsen, das sich durch enorme Offenheit auszeichnet.

"Ich sehe mich als Exotin in dieser Runde", sagt Andrea Lodemann, "ich komme aus einem Powerjob. Die ehrenamtliche Begleitung bewahrt einen davor, den Blick für das Wesentliche zu verlieren." Der Ausgleich durch Begegnung und Beziehung zu alten, teils todkranken Menschen bedeutet auch den anderen aus der Gruppe viel. "Die Meisten denken, man tue das nur für den anderen, aber man nimmt viel für sich selbst mit", so Fischer.

Dass man bereits vor der Sterbephase mit den Menschen Zeit verbringt, empfinden alle Teilnehmer als etwas Besonderes. "Ich finde es schön, dass es eine Lebens- und Sterbebegleitung zugleich ist", sagt Bettina Jelinek. "Für uns ist die Begegnung zuerst ein Wagnis, doch sie ist wichtig, damit man einander am Tag des Sterbens vertraut ist."

Einmal im Monat trifft sich die Gruppe zum Austausch. Auch telefonisch sind Gruppenleiterin Bärbel Abrolat und ihre ehrenamtliche Helferin Sabine Grote jederzeit zu erreichen, wenn Gesprächsbedarf besteht. So unterschiedlich sie und ihre Erfahrungen sind, bei einem sind sich alle einig: die Arbeit bereichert ihr Leben.