Hotline für Fragen zum Coronavirus in Deutschland geschaltet

Lungenkrankheit

Um Fragen zum Coronavirus zu beantwortet, schaltet die Gesundheitsverwaltung eine Hotline. Diese soll Betroffenen helfen, die vermuten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben.

Berlin

28.01.2020, 16:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Frau vor einer Apothekein Oberhausen. Der erste Fall des Coronavirus in Deutschland hat die Nachfrage nach Atemmasken in Apotheken stark erhöht. Experten halten dagegen Schutzmaßnahmen von Bürgern wie das Tragen von Mundschutz derzeit für unnötig.

Eine Frau vor einer Apothekein Oberhausen. Der erste Fall des Coronavirus in Deutschland hat die Nachfrage nach Atemmasken in Apotheken stark erhöht. Experten halten dagegen Schutzmaßnahmen von Bürgern wie das Tragen von Mundschutz derzeit für unnötig. © picture alliance/dpa

Für Menschen, die befürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, hat die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit eine Hotline geschaltet. Hier beraten Fachleute seit Dienstagmorgen, wie die Behörde auf Twitter bekanntgab. Erreichbar sind die Experten demnach zwischen 8 und 20 Uhr. Fragen wie „Wie gefährlich ist das Virus?“, „Muss ich mich schützen?“ und „Wie wird das Virus übertragen?“ können im Regelfall jedoch nicht beantwortet werden. Der Service richtet sich an Menschen, die befürchten, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben.

Als begründet gilt ein Verdacht auf das Virus nach Angaben der Gesundheitsverwaltung, wenn Symptome wie Lungenentzündung, Husten, Fieber und Atemnot auftreten und die Betroffenen in der Risikoregion in China waren oder Kontakt mit Menschen aus dieser Region hatten.

Coronavirus-Hotline: 030 9028-2828

Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bisher mehr als 100 Menschen gestorben sind - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Auch wenn in Deutschland ein erster Coronavirus-Fall nachgewiesen worden ist, schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland zurzeit als gering ein.

Krankenkasse will Fragen zum Coronavirus beantworten

Die Behörden-Hotline richtet sich nur an womöglich Infizierte. Die Krankenkasse Barmer hat nun ebenfalls eine Hotline zum Coronavirus eingerichtet. Die kostenlose Hotline stehe nicht nur Barmer-Versicherten, sondern allen unter 0800 - 84 84 111 zur Verfügung, teilte eine Sprecherin der Krankenkasse mit. Medizinexperten würden rund um die Uhr Informationen darüber geben, wer besonders gefährdet sei, wie man sich schützen und einen Verdachtsfall erkennen könne.

Landesamt Bayern: Bislang keine weiteren Verdachtsfälle

Nach dem ersten bestätigten Fall des neuen Coronavirus in Bayern hat es nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag zunächst keine weiteren Verdachtsfälle gegeben. „Wir haben bislang keinen finden können, der noch weitere Symptome hat“, sagte LGL-Präsident Andreas Zapf in München. Das sei aber „Stand jetzt, 10.30 Uhr“. Die Behörden seien derzeit damit beschäftigt, herauszufinden, mit wem die beiden Mitarbeiter der Firma Webasto Kontakt hatten. Das müsse jetzt „ganz rasch“ gehen.

Die bayerischen Behörden prüfen aktuell 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie. Das sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch. „Die Zahl kann noch steigen.“ Die Chinesin und der deutsche Mitarbeiter hätten im Rahmen der Schulung in einer kleinen Gruppe zusammengearbeitet. Die Ansteckung habe „in einem Intervall, in dem die Chinesin noch symptomfrei war“ stattgefunden, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

RND/dpa

Lesen Sie jetzt