Howard Carpendale: Was mir Donald Trump auf dem Golfplatz gesagt hat

Interview

Howard Carpendale blickt mit Sorge auf die US-Wahl am 3. November. Im RND-Interview spricht der Schlagersänger über ein gespaltenes Land und sein Treffen mit Donald Trump auf dem Golfplatz.

von Dennis Ebbecke

, 03.11.2020, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Howard Carpendale hat eine enge Beziehung zu den USA.

Howard Carpendale hat eine enge Beziehung zu den USA. © pa/obs SWR/Universal/Moritz Küns

Schlagersänger Howard Carpendale („Nachts, wenn alles schläft“) hat eine enge Beziehung zu den USA. Seine Frau Donnice Pierce ist Amerikanerin, zusammen lebten sie einige Zeit in Florida, Carpendales Sohn Cass hat seinen Lebensmittelpunkt noch immer in den USA.

Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht der 74-Jährige über seine frühere Heimat, eine Begegnung mit Donald Trump auf dem Golfplatz und seine Hoffnung für die Zeit nach der Präsidentschaftswahl.

„Unser Schweigen allein kann die Antwort nicht sein“, heißt es in Ihrem Hit „Dann geh doch“. Gilt das aus Ihrer Sicht ebenso für die Wahl in den USA?

Über die vergangenen vier Jahre ist fast alles gesagt worden, was es zu sagen gibt. Es war eine sehr außergewöhnliche Zeit. Ich lebe nicht mehr in Amerika und kann nicht alle Details beurteilen. Aber: Dieses Land ist absolut gespalten. Amerika heute ist Schwarz oder Weiß, Rechts oder Links. Dort entsteht sehr viel Hass.

Ich höre jeden Tag neue Geschichten aus den USA und fasse mir nur noch an den Kopf. Ich fasse mir aber auch an den Kopf, wenn ich darüber nachdenke, dass die Demokraten vier Jahre Zeit hatten, einen Kandidaten aufzustellen, der etwas verändern kann. Jetzt haben wir es mit zwei älteren Herrschaften, wie ich auch einer bin, zu tun, von denen einer das wohl größte und wichtigste Land der Welt regieren soll. Es ist verrückt.

Vor allem die erste TV-Debatte hat kein gutes Licht auf die Kandidaten geworfen…

Dass zwei Menschen, die Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden wollen, eine Stunde lang eine Debatte führen, von der man kein einziges Wort verstehen kann, das ist unerklärlich.

Sie selbst sind Donald Trump früher einmal begegnet. Wie haben Sie ihn damals erlebt?

Das stimmt, wir sind uns damals auf dem Golfplatz begegnet. Er wirkte in diesem kurzen Gespräch eigentlich recht freundlich und sagte einen Satz zu mir. Zwar hatte er mich noch nie in seinem Leben gesehen, meinte aber, dass ich ein guter Golfer sei. Ich habe den Satz sowieso nicht verstanden. Wir haben uns am Tisch alle nur angeguckt und danach unsere Hamburger weitergegessen. (lacht)

Weitere Begegnungen mit Trump gab es also nicht?

Nein, ich kenne ihn nicht. Ich kenne ihn eher aus Gesprächen mit Menschen, die damals so wie ich in der Gegend wohnten und mit ihm Golf spielten. Wenn ich mich mit diesen Leuten heute per E-Mail austausche, lese ich heraus, dass ein Großteil darunter Trump-Anhänger sind.

Vermutlich liegt es einfach daran, dass die Börse gut läuft. Sie leben nach dem amerikanischen Motto „It’s the economy, stupid“. („Es ist die Wirtschaft, Dummkopf“; Anm. d. Red.) Letztendlich geht es dabei ums Geld.

Was wünschen Sie sich für die USA? Nicht zuletzt, weil Ihr Sohn Cass dort lebt…

Ich wünsche mir sehr, dass Amerika wieder dorthin zurückfindet, wo es einmal war. Es gab immer Diskussionen über die amerikanische Ausrichtung, doch es war immer ein Land, das die Welt geführt, ihr den Weg aufgezeigt hat. Die Verbindung zwischen Amerika und Europa war früher gut, heute ist das nicht mehr der Fall. Wir brauchen Amerika, aber Amerika braucht auch Europa. Und ich persönlich würde gerne mal wieder dort hinreisen, das wäre sehr schön.

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