Hund erschossen: Wittener CDU-Chef zahlt 1000 Euro

Prozess wird eingestellt

Ein Schuss, dann war es um den kleinen Eddi geschehen. Vor drei Jahren hat der Wittener CDU-Chef den Jack-Russell-Mischling seines Nachbarn erschossen. Am Donnerstag ist das Verfahren in zweiter Instanz eingestellt worden. Der 49-Jährige muss allerdings 1000 Euro an Eddis Herrchen zahlen.

BOCHUM/WITTEN

03.11.2016, 13:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hund erschossen: Wittener CDU-Chef zahlt 1000 Euro

Der Wittener CDU-Chef bei der Urteilsverkündung am Donnerstag.

Es war im Oktober 2013. Der Wittener CDU-Chef wollte auf seinem Hof eine Wahlparty geben und war mitten in den Vorbereitungen. Da ging auf seinem Handy ein Hilferuf seiner Stieftochter ein. Sie war mit ihrem eigenen Hund Gassi gegangen, als sie von dem Jack-Russell-Dackel-Mischling des Nachbarn angegriffen wurde. Sie bekam es mit der Angst zu tun, zückte sogar Pfefferspray. Doch Eddi ließ sie nicht mehr gehen. Ihr Stiefvater - ein passionierter Jäger - handelte sofort. Er ging zu seinem Waffenschrank und machte sich mit dem Trecker auf den Weg.

Eddi war damals wild kläffend auf ihn zugestürmt. Da hatte er geschossen. Also in Notwehr? Bei einem ersten Prozess am Wittener Amtsgericht hatten die Richter diese Frage mit einem klaren Nein beantwortet und den CDU-Chef wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu 2500 Euro Geldstrafe (50 Tagessätze) verurteilt.

Das wollte der 49-Jährige allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Er legte Berufung ein, war aber am Donnerstag auch in zweiter Instanz vor dem Bochumer Landgericht ohne Chance. "Warum haben sie nicht erstmal einen Warnschuss abgegeben", fragte die Richterin. "Das ist nicht nachvollziehbar."Als klar war, dass es auch diesmal keinen Freispruch geben wird, gab der 49-Jährige nach. 

Verurteilung aufgehoben

Ganz umsonst hat er den Weg nach Bochum allerdings nicht gemacht. Die Verurteilung durch das Amtsgericht Witten ist schließlich Makulatur, das Verfahren wurde eingestellt. Die dafür im Gegenzug zugesagten 1000 Euro will der Wittener sofort an seinen Nachbarn zahlen. "Das Geld bringe ich ihm persönlich vorbei", sagte er noch während der Verhandlung. Es solle schließlich endlich wieder Frieden herrschen.

Sein Nachbar hat übrigens inzwischen einen neuen Hund - diesmal einen reinrassigen Jack Russell. Ob der auch so viel kläfft? "Auf jeden Fall", sagte er am Rande des Prozesses. "Der zieht Ihnen die Hose aus, wenn sie bei uns reinkommen."

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