"I am" von Lemi Ponifasio ist sinnloser Tanz im Zeitlupentempo

Ruhrtriennale

Verstörend sind die Arbeiten von Lemi Ponifasio sehr oft. Aber sein Stück "I am", das am Donnerstagabend als Deutsche Erstaufführung bei der Ruhrtriennale in der Bochumer Jahrhunderthalle über die karg ausgestattete Bühne ging, ist schlicht sinnentleerter Mist, der zwei Stunden lang die Nerven strapaziert.

BOCHUM

, 29.08.2014, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
"I am" von Lemi Ponifasio ist sinnloser Tanz im Zeitlupentempo

Schlussbild von "I am".

Zwei Stunden, in denen man hofft, dass das, was der samoanische Performancekünstler und Choreograf mit 31 Darstellern seiner Gruppe Mau zeigt, bald vorüber ist.

Ponifasio zelebriert die Entschleunigung, inszeniert Stillleben mit Tänzern, die kaum tanzen, vor einer schrägen Wand. Sie schieben im Zeitlupentempo Kisten über die Bühne, während andere über einem Geräuschkosmos in einer fremden Sprache aufs Publikum einschreien und später einen Text von Heiner Müller rezitieren.Gedenken an die Kriegsopfer Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges soll das Stück sein. Das erschließt sich gar nicht. Und Ponifasio findet dafür auch nur platte Bilder - wie am Schluss das von einem Jesus-ähnlichen Toten, der auf der schrägen Ebene im Video-Meer liegt.

An Bewegungen aus dem Tai Chi erinnert das, was die Tänzer da im Halbdunkel veranstalten; zum Teil wirkt das auch albern. Sinn macht es nicht, manchmal ist es schön anzusehen. Aber das reicht nicht, um das Publikum 110 Minuten zu fesseln. Und den Raum für Fantasie, den Ponifasio sich wünscht, erstickt die Langeweile.

Termine: 29. / 30. / 31. 8., 20.30 Uhr, Jahrhunderthalle Bochum; Karten: Tel. (0221) 28 02 10.

 

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