"Ich habe durch Asterix meine Heimat neu kennengelernt"

Interview mit Hennes Bender

Oberhausen statt Paris, Currywurst statt feinem französischen Schinken. In seiner Mundart-Übersetzung des Asterix-Bands "Tour de France" von René Goscinny und Albert Uderzo hat Hennes Bender das Geschehen um die beiden tapferen Gallier in den Ruhrpott verlegt. Wir haben mit dem Comedian über seine Asterix-Neigung und kulinarische Stolpersteine gesprochen.

BOCHUM

, 13.07.2016 / Lesedauer: 3 min
"Ich habe durch Asterix meine Heimat neu kennengelernt"

Hennes Bender ist nun nicht mehr nur Asterix-Fan, sondern sogar -Autor.

Herr Bender, wie kommt man auf die Idee, einen Asterix-Band ins Ruhrdeutsche zu übersetzen?

Genau genommen hat mich der Ehapa-Verlag direkt gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Überlegen musste ich da nicht lange. Als lebenslanger Asterix-Fan ist so etwas eine Ehre.

Warum haben Sie sich gerade diesen Band ausgesucht?

Weil ich etwas machen wollte, was sehr ruhrgebietstypisch ist – und da bietet sich eine Tour durch die Gemeinde sehr an. „Asterix bei den Spaniern“ hätte nicht so richtig Sinn gemacht, oder? Außerdem gehört der Originalband zu den besten Abenteuern.

Pfefferpotthast aus Gelsenkirchen und Currywurst aus Oberhausen mag manchen Dortmunder und Bochumer nicht sonderlich begeistern. Ein Druckfehler? 

Döner aus Essen nicht zu vergessen! Und Datteln aus Datteln! Ich musste mich natürlich an Uderzos Zeichnungen halten und eine einigermaßen logische Ruhrpottrunde erdenken. Da wird aus dem Baldeneysee schon mal das Mittelmeer. Ich konnte leider nicht jede Stadt einbauen, aber bei der "Tour de France" kommt ja auch nicht jedes französische Kaff vor. Dortmund und Bochum kommen im Band übrigens sehr gut weg! Aber ein bisschen Reibung zwischen den Ruhrpottstädten muss schon sein. Das macht uns aus, finde ich.

Bereitet eine solche Übersetzung mehr Aufwand, als Sie vermutet hätten?

Der Aufwand stand im gleichen Verhältnis zu der Freude, die ich bei der Arbeit hatte – und die war wirklich immens groß. Ich habe extra die „Tour de Ruhr“ von Asterix und Obelix selber abgefahren und habe sogar eine 6-Schleusen-Fahrt auf der Ruhr und dem Rhein-Herne-Kanal gemacht. Ich habe durch Asterix meine Heimat quasi nochmal neu kennengelernt. Viel Arbeit, aber ich denke, es hat sich gelohnt.

Ist der nächste Teil denn schon in Planung?

Im August habe ich Gespräche mit dem Verlag. Die erste Auflage von "Tour de Ruhr" war nach zehn Tagen ausverkauft, das ist für weitere Ruhrpottabenteuer von Asterix und Co. jetzt nicht die allerschlechteste Ausgangslage. Ich habe noch Ideen für mindestens fünf weitere mögliche Ruhrdeutsch-Bände. An mir soll's nicht liegen. Ich könnte sofort wieder loslegen!