Im Rat wankt die Zustimmung zum Kompromiss

Verkaufsoffene Sonntage

In der Ratssitzung am Donnerstag will die Politik erneut über die verkaufsoffenen Sonntage entscheiden. Nach dem am Aschermittwoch ausgehandelten Kompromiss zwischen Handel, Kirchen und Gewerkschaften, der neun satt ursprünglich 13 Sonntagsöffnungen im gesamten Stadtgebiet vorsieht, schienen die Fronten geklärt. Doch das Ergebnis ist alles andere als vorhersehbar.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 29.02.2012, 18:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwammig erscheint seit Mittwoch die Zustimmung im Bochumer Rat zur Kompromiss-Lösung für die verkaufsoffenen Sonntage.

Schwammig erscheint seit Mittwoch die Zustimmung im Bochumer Rat zur Kompromiss-Lösung für die verkaufsoffenen Sonntage.

Linke und Soziale Liste sind ohnehin nicht für die Sonntagsöffnung zu gewinnen. Die CDU, FDP und Freie Bürger sind mehrheitlich dafür. Und die SPD? Martina Schmück-Glock spricht von einer „hochemotionalen Diskussion“ in der Fraktion.Sie will Bedingungen an den Handel stellen, und darin vor allem die Belange der Angestellten in den Mittelpunkt rücken. Faire Bezahlung beispielsweise. Es könne nicht sein, dass Mitarbeiter mit Gutscheinen statt Sonntagszuschlag abgespeist würden oder zur Sonntagsarbeit gezwungen würden, so Schmück-Glock. Dies kann die Politik zwar nicht beschließen – aber, „wir werden uns sehr ausführlich berichten lassen, wie der Handel mit diesen Forderungen umgeht“, ergänzt die SPD-Frau. 

Kritisch sei in der Fraktion zudem diskutiert worden, ob Einkaufszentren den verkaufsoffenen Sonntag nötig hätten und ob eine Öffnung im Advent ein Muss darstelle. Die SPD will mit einem entsprechenden Antrag im Rat für Zustimmung werben. „Ohne diese Bedingungen kann ich aber nicht garantieren, dass eine Mehrheit der Fraktion der Sonntagsöffnung zustimmt“, betont Schmück-Glock.