Im Überblick: Hierhin pendeln die Schüler der Region

Statistik zu Schulwegen

Jede Woche legen Schüler eine unterschiedliche Strecke zurück, um zu ihrer Schule zu kommen. Manche wohnen im selben Ort, andere fahren in die nächste Stadt. Wir haben die sogenannten Ein- und Auspendler in einer Übersicht zusammengestellt und zeigen, in welche Orte besonders viele Kinder und Jugendliche pendeln.

NRW

23.05.2016, 05:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Im Überblick: Hierhin pendeln die Schüler der Region

Mehr als 2,5 Millionen Schüler gab es in 2015 in gesamt Nordrhein-Westfalen, heißt es laut einer Studie des  Landesbetriebs Information und Technik NRW . Dieser hat auch veröffentlicht, woher die Kinder und Jugendlichen kommen und auf welche Schulformen sie gehen. Überraschend: Auf die Berufskollege in Bochum - insgesamt gibt es fünf - gehen Schüler aus ganz Deutschland.

Das Bochumer Walter Gropius Kolleg liefert dafür die Erklärung: "Wir haben den Bildungsgang Präparationstechnischer Assistent - als einzige in ganz Deutschland." So pendeln 8468 Personen in die ganze Stadt Bochum ein - mit dieser stattlichen Einpendler-Zahl belegt Bochum Platz zwei neben Dortmund (11.579). Von diesen mehr als 8400 Schülern gehen fast 68 Prozent auf eines der fünf Berufskollegs in Bochum. Die anderen Städte - neben Bochum und Dortmund - werden zum Großteil von Schülern aus den Nachbarorten besucht. So verteilen sich die Ein- und Auspendler:

Alle Städte zeigen: Wenn es eine entsprechende Schule beziehungsweise Schulform im Ort gibt, bleiben viele Schüler auch dort. Das bedeutet für die Grundschulen in Ascheberg zum Beispiel, dass sie von 549 Schülern des eigenen Ortes besucht werden - nur zwei kommen aus Werne dorthin. Da der Ort kein eigenes Berufskolleg oder Gymnasium hat, pendeln die Schüler in andere Städte, beispielsweise 225 aufs Gymnasium nach Lüdinghausen, 321 zum Berufskolleg nach Münster.

Aus- und Einpendler im Vergleich

Die Zahl der Schüler, die in einer Stadt wohnen, aber in anderen Städten zur Schule gehen (Auspendler), variiert stark im Gegensatz zu den Schülern, die außerhalb wohnen, aber in einer anderen Stadt zur Schule gehen (Einpendler). So kommen beispielsweise 3250 Schüler von außerhalb nach Castrop-Rauxel, 2838 pendeln von Castrop-Rauxel aus in andere Orte. Aktuell leben in dieser Stadt 10.736 Schüler, die in ihrem Ort zur Schule gehen.

In Selm hingegen pendeln mehr Jugendliche aus (1589) statt ein (251). Überraschender Weise gilt das auch für Dortmund: Dorthin kommen 549 Schüler aus anderen Städten, 2739 verlassen aber die Stadt.

Erkenntnisse der Studie im Überblick:

  • Ascheberg hat mit 68 Einpendlern die wenigsten Schüler, die von außerhalb in den Ort kommen. Die meisten von ihnen (28) kommen aus Nordkirchen und gehen in Ascheberg auf eine Gemeinschaftsschule. Weitere Schüler pendeln von Werne, Lüdinghausen, Senden und Oer-Erkenschwick nach Ascheberg ein.
  • Nach Bochum pendeln Schüler aus ganz Deutschland um auf ein Berufskolleg zu gehen. Das liegt unter anderem an den Fachgebieten, wie an dem Walter Gropius Kolleg. Nur dort wird in der gesamten Bundesrepublik die Ausbildung zum "Präperationstechnischen Assistenten" angeboten.
  • Castrop-Rauxel steht ganz klar auf Platz drei - und zwar in allen drei Kategorien (Einpendler, Auspendler und "Wohnen im Ort ihrer Schule"). Damit liegt die Stadt direkt hinter Dortmund und Bochum.
  • In Dortmund wird am deutlichsten, dass Schüler, die in der Stadt wohnen, dort auch zur Schule gehen - die Zahl: 71.141. Im Vergleich pendeln nur 7169 Schüler aus Dortmund aus. Ihre beliebtesten Ziele: ein Berufskolleg in Essen, Bochum und Castrop-Rauxel, ebenso die Gesamtschulen in Waltrop. Von den Dortmunder Schülern gehen derzeit die meisten in eine stadteigene Grundschule (19.818).
  • Die Schüler in Lünen bleiben meistens in ihrer Stadt: 9380 sind es, die auf ortseigenen Schulen gehen. Fast ein Drittel von ihnen besucht derzeit die Grundschule.
  • Die Kinder und Jugendlichen aus Nordkirchen fahren, wenn sie auf ein Gymnasium oder Berufskolleg möchten, am häufigsten nach Münster, Lüdinghausen und Werne.
  • Diejenigen, die nach Olfen einpendeln, gehen im Normalfall auf die Gesamtschule und kommen vor allem aus Datteln, Lüdinghausen und Selm.
  • Von den 515 Schülern, die nach Schwerte pendeln, kommen 313 aus Dortmund und gehen in Schwerte aufs Gymnasium. Dort wurde Pendeln zum Thema, weil wegen einer neuen Gesamtschule "Fremdschüler" mitgerechnet werden sollen, um genügend Schüler an den Gymnasien halten zu können. Die Stadt Schwerte hat per Ratsbeschluss eine Beschulungsvereinbarung mit benachbarten Kommunen ins Auge gefasst. 
  • In Selm sind alle Schulformen bis auf das Berufskolleg und die Gesamtschule vertreten. Die 1589 Auspendler zeigen, dass sie vor allem eine fehlende Form suchen. So gehen fast 50 Prozent in andere Städte, um dort auf ein Berufskolleg zu gehen. Besonders beliebt bei den Selmern: Lünen, Dortmund und Werne.
  • Wer zum Schulbesuch nach Werne kommt, geht meistens auf eine der Berufsschulen. Die Schüler pendeln aus ganz NRW dorthin.

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