Impfungen gut angelaufen - kaum Nebenwirkungen

Schweinegrippe

BOCHUM Die Impfungen gegen die Schweinegrippe sind gut angelaufen. Die Nachfrage ist nach wie vor hoch, die Nebenwirkungen sind laut Dr. med. Eckhard Kampe in den wenigen Fällen, in denen überhaupt welche auftraten, kaum der Rede wert. Er ist vom Sinn der Impfung überzeugt.

von Von Nina Vogt

, 10.11.2009, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Frank Theodor Fischer ließ sich bei der Bilanz auch gleich in der Praxis von Eckhard Kampe impfen.

Dr. Frank Theodor Fischer ließ sich bei der Bilanz auch gleich in der Praxis von Eckhard Kampe impfen.

Zunächst muss Dr. Frank Theodor Fischer eine Einverständniserklärung ausfüllen. Fieber? Hühnereiweißempfindlichkeit? Allergische Reaktionen auf andere Impfungen? Ein etwa DIN-A3 großer Zettel informiert ihn über mögliche Nebenwirkungen. Dann geht alles ganz schnell: Ein Pieks in den Arm und Fischer ist geimpft - gegen die Schweinegrippe.Bilanz nach einer Woche

Selbiges Prozedere erwartet Bürger, die sich ebenfalls gegen den H1N1-Virus schützen wollen. Und davon gibt es mittlerweile viele. Dr. med. Eckhard Kampe, niedergelassener Arzt und Bezirksleiter bei der Kassenärztlichen Vereinigung, zieht in seiner Praxis Bilanz nach der ersten Woche der Impfaktion. "Seit vergangenen Mittwoch ist die Nachfrage schlagartig angestiegen", erzählt er. "Bis zu 200 Anfragen haben wir hier pro Tag." Auch Frank Theodor Fischer bestätigt: "Die Telefone unserer Hotline stehen momentan nicht still."

Von der Impfung selbst sind beide Experten "zutiefst überzeugt". Zunächst war Dr. med. Eckhard Kampe "mit Ängsten" an die Impfung herangegangen. "Die Berichterstattung hat einen ja verunsichert", so Kampe. Doch seine Erfahrungen seien gut. "Etwa 100 Impfungen habe ich bisher durchgeführt", erzählt der Arzt. "Bisher haben mir fünf Patienten von lokalen Rötungen im Nachhinein berichtet, zudem klagten einige über Kopf- oder Gliederschmerzen sowie eine leichte Temperaturerhöhung - das aber auch nur kurzzeitig."

Wie Kampe haben sich mittlerweile 125 niedergelassene Ärzte bereit erklärt, die Impfungen durchzuführen. Etwa 7000 bis 8000 Impfdosen werden wöchentlich ausgeliefert. Bei den Ärzten kommt es laut Fischer bereits zu Wartezeiten. Daher appelliert er an die Geduld der Impfwilligen: "Der Stoff wird kontinuierlich nachgeliefert."

Nötig ist diese Kontinuität, denn Fischer und Kampe wissen auch von einem steilen Anstieg der Krankheitsfälle zu berichten. Laut Eckhard Kampe werden zudem die Symptome schwerer: "Im Sommer kamen Schweinegrippe-Patienten mit etwas Schnupfen. Jetzt klagen sie über Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie extreme Abgeschlagenheit."

Eine Liste der Ärzte, die impfen gibt es unter: www.bochum.de