In „La La Land“ geht es frech und fröhlich zu

Im Kino

Er ist ein Pianist, der vom eigenen Jazz Club träumt, sich aber in Bars verdingt, wo er Weihnachtslieder klimpert. Sie will Schauspielerin werden, klappert Vorsprechen ab und jobbt im Café. Zwei kleine Lichter in der Stadt der Stars, im "La La Land" von Hollywood und Los Angeles.

DORTMUND

, 09.01.2017, 15:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
In „La La Land“ geht es frech und fröhlich zu

Emma Stone und Ryan Gosling singen und tanzen in dem preisgekrönten Musical "La La Land".

Mia (Emma Stone, "Magic in the Moonlight") und Sebastian (Ryan Gosling, "Drive") begegnen sich im Nachtclub. Er spielt eine sentimentale Melodie, sie ist hin und weg. Erster Augenkontakt.

Sie wird offensiv, er lakonisch und schnippisch. Boy meets Girl. Regisseur Damien Chazelle erzählt mit "La La Land" die älteste aller Geschichten, in Form eines Musicals, das in der Filmwelt außerhalb Indiens fast schon anachronistisch wirkt.

Bollywood-Choreografie

Mia und Sebastian sind sich schon begegnet, ohne sich wahrzunehmen. Auf einer Brücke, die in die Stadt führt, standen beide im Stau. Nichts geht voran. Was machen die Fahrer? Sie verlassen den Wagen, sie tanzen auf dem Asphalt und der Motorhaube, und die Sonne lacht dazu.

Eine frech fröhliche Choreografie wie aus Bollywood. Immer wieder lässt Chazelle die Spielhandlung augenzwinkernd in Tanz und Gesang kippen. Mia und Sebastian singen im Duett, noch sind sie kein Paar, doch das wird schon. Wie zufällig schaut Sebastian im Café vorbei, wo Mia an der Kasse steht. Sie machen eine Spritztour, spazieren an den Studios vorbei. Er erklärt ihr den Jazz, sie erklärt ihm, dass sie Jazz hasse.

Romanze entfaltet mächtig viel Knistern

Gerade weil die Romanze kühl beginnt, entfaltet sie mächtig viel Knistern. Bis zum Kuss vergeht eine Filmstunde, dann aber mit Tusch und Pauke. "La La Land" ist ein Liebesmärchen, das mit der Schnulze flirtet, ohne Zuckerwatte zu produzieren. Der Himmel hängt nicht gleich voller Geigen, Leben in Hollywood ist ein hartes Brot.

 Mia versemmelt ihre Castings, Sebastians Karriere stottert. Wenn sie "City of Stars" trällern, liegt trotzdem Feen-Glitter in der Luft. Es gibt wahrlich bessere Sänger als Ryan Gosling und Emma Stone, die oft mehr hauchen als singen. Völlig egal. Als Liebespaar sind sie eine Wucht, alle Herzen fliegen ihnen zu. Ein zartbitterer Schmachtfetzen, zum Niederknien schön.