In Nette liegt fast alles liegt im grünen Bereich

Quartiersanalyse

84 Prozent der Netter leben gern in ihrem Quartier. Mit einem Prozent liegt der Wohnungsleerstand unter dem städtischen Mittel. Die Verkehrsanbindungen sind gut. Das sind Kerndaten einer Quartiersanalyse, die das Amt für Wohnen und Stadterneuerung veröffentlicht hat. Dennoch gibt es durchaus Handlungsbedarf.

NETTE

, 13.05.2017, 04:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine uneinheitliche Bauweise kennzeichnet das Quartier: die hohe Bebauung der BuRiAd-Siedlung (links), Ein- und Zweifamilienhäuser (links von der Sportplätzen) oder die Hansemann-Siedlung (oben). Mittendrin: das Schulzentrum.

Eine uneinheitliche Bauweise kennzeichnet das Quartier: die hohe Bebauung der BuRiAd-Siedlung (links), Ein- und Zweifamilienhäuser (links von der Sportplätzen) oder die Hansemann-Siedlung (oben). Mittendrin: das Schulzentrum.

Grundlage der Untersuchung ist eine Befragung von Bewohnern und Eigentümern, die das Stadtamt in Zusammenarbeit mit „dortmunderstatistik“ im Herbst 2016 unternahm. 6005 Menschen in 3043 Wohnungen leben im Quartier zwischen Donarstraße und Mergelkuhle/Tönnisweg sowie Haberlandstraße und Mengeder Straße. Der Bevölkerungszuwachs ist überproportional.

Ein Kennzeichen des Viertels ist seine uneinheitliche Bebauung. Neben zahlreichen Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es Gebäude in Zeilenbauweise mit großzügigen Grünflächen. Die „BuRiAd“-Siedlung und die Großwohnhäuser am südlichen Ende der Wodanstraße ragen mit ihren bis zu 13 Geschossen heraus. Prägend ist auch der große zusammenhängende Bestand der um 1900 erbauten Hansemannsiedlung, wovon 130 Wohngebäude im Quartier liegen.

Stärken des Quartiers

Stärken des Quartiers sind demnach unter anderem die ÖPNV- und Verkehrsanbindungen, die Einkaufsmöglichkeiten sowie die aktuelle soziale Infrastruktur. Das ruhige und gepflegte Wohnquartier, das günstige Mietniveau und das gute Miteinander der Menschen tragen ebenfalls zu einer hohen Zufriedenheit der Bewohner bei.

Handlungsbedarf besteht bei Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten, mangelnder Barrierefreiheit an Bushaltestellen und im teilweise schlechten Zustand der Straßen, Geh- und Radwege. Des Weiteren fehlt es zurzeit an Kinderbetreuungsplätzen insbesondere für unter Dreijährige.

Struktur

Hier sieht auch Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch Handlungsbedarf. „Für die vielen Familien, die zugezogen sind, brauchen wir eine Struktur“, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion. Den Handlungsempfehlungen der Analyse folgend, will Tölch die Schopenhauer-Grundschule und das Schulzentrum aufwerten. „Ich gehe davon aus, dass hier das Programm ‚Bessere Schule 2020‘ ein Anker ist.“

Die Quartiersanalyse nennt weitere Handlungsempfehlungen: Immobilien sollen energetisch modernisiert und altengerecht umgebaut werden. Handlungsbedarf bestehe auch beim Laden-Leerstand an der Wodan- und Ammerstraße, die jedoch nicht im untersuchten Quartier liegen. Wilhelm Tölch: „Der Leerstand ist Aufgabe der Wirtschaftsförderung und die ist da dran.“

Die Bevölkerung nahm von 2010 bis 2015 um 5,7 Prozent zu (Stadt: 3,4). 82 Prozent sind mit den Einkaufsmöglichkeiten zufrieden. Ein Viertel der Wohnungen unterliegen einer Belegungsbindung. Ein Drittel der Bewohner wollen sich im Quartier engagieren.

Schlagworte: