In Schüren wartet auf Asylbewerber ein Stück Hoffnung

SCHÜREN Die ersten Schritte auf dem Weg zu einem neuen Leben enden an einem kleinen Pult im Eingangsbereich eines ehemaligen Kasernengebäudes an der Stadtkrone-Ost.

von Von Jörg Bauerfeld

, 10.01.2009, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mohamad Omar Anwari hat diese Schritte vor gut acht Monaten gemacht – seitdem läuft sein Asylverfahren. Mohamad Omar kommt aus Afghanistan. Aus einem Land, in dem schon mal eine andere Meinung den Tod bedeuten kann. „Ich musste weg, sonst hätten sie mich getötet“, übersetzt Kabir Wahed, Dolmetscher und Mitarbeiter der European Homecare (ehc) GmbH. Ein Unternehmen, das sich auf die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern spezialisiert hat. Auf die Frage, wer „Sie“ sind, zuckt der 17-Jährige aus Afghanistan nur mit den Schultern, will nichts weiter darüber sagen. Über seine abenteuerliche Flucht schon.„Als es gefährlich wurde, hat meine Mutter Geld aufgetrieben und mich sofort weggeschickt“. 14 000 Dollar hat eine Schlepperbande bekommen. 14 000 Dollar war es wert, das Leben von Mohamad Omar. Mit Zug und Bus ging es nach Pakistan. Dort musste er über einen Monat warten – auf einen gefälschten Pass, den ihm die Schlepperbande besorgte.

Zum Glück gab es einen Onkel, bei dem der 17-Jährige Unterschlupf fand. „Ich hatte richtig Angst“, so Mohamad Omar und sein Lächeln gefriert. Die Reise ging weiter, per Flugzeug ab nach Frankreich und von dort mit dem Zug nach Deutschland. Deutschland war und ist für Mohamad Omar das gelobte Land. Hier hat er keine Angst, hier taut er auf. Das er am Anfang gar nicht wusste, in welcher Stadt er sich befand, als er aus dem Zug stieg, darüber muss er heute lachen. Polizisten griffen ihn auf und brachten ihn schließlich zur Stadtkrone-Ost zur Erstaufnahme für Asylsuchende. Hier bekam er ein Bett, drei Mahlzeiten am Tag und vor allem die rührende Unterstützung der ehc-Mitarbeiter.

Die stehen für die Flüchtlinge Tag und Nacht zur Verfügung. „Drei bis sechs Tage sind hier die Flüchtlinge untergebracht“, sagt Frank Binder, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde. Hier werden die ersten Formalitäten erledigt. Dann geht es weiter in die Übergangsheime. Entweder ein Gebäude weiter oder nach Hemer. „Ich bin froh, dass ich in Dortmund bin“, so Mohamad Omar. Und er hofft, dass er einen positiven Asylbescheid bekommt und er in sein neues Leben starten kann.