In Stratmanns letztem Solo rechnt Jupp ab

Stratmanns Theater im Europahaus

Der Doktor will nicht länger den Jupp geben - und lässt ihn sterben. Ausgerechnet ein Bierlaster bereitet dem eingefleischten Pils-Trinker Josef Kwiatkowski ein jähes Ende. Und so findet sich das zu Lebzeiten oft so hypochondrische Kohlenpott-Original auf dem Tisch des einzigen Facharztes wieder, für den man keinen Termin braucht: des Pathologen.

Essen

von Von Karsten Mark

, 22.03.2015, 12:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Stratmanns letztem Solo rechnt Jupp ab

Mit »Pathologisch« verabschiedet Ludger Stratmann seine Kunstfigur Jupp.

20 Jahre ist es her, dass Ludger Stratmann als Jupp in "Hauptsache, ich werde geholfen" seine steile Solokarriere auf der Kabarettbühne begann. 1997 hängte der komödiantische Allgemeinmediziner aus Bottrop dafür den Arztkittel an den Nagel.

Nun plant der 66-Jährige seinen Ruhestand. Das neue Bühnenprogramm soll endgültig sein letztes sein. Am Samstag hatte "Pathologisch" Premiere im Essener Stratmanns Theater im Europahaus.

Amüsante Anekdoten

Für den Verlauf des gut zweistündigen Abends ist Jupps Ableben ein eher lockerer Rahmen und Ausgangspunkt. In bewährter "Von-Höcksken-auf-Stöcksken"-Manier serviert "der Doktor" amüsante Anekdoten rund um die Eigenheiten der Ruhrgebietssprache, nervige Fernsehprogramme und Jupps Jugendsünden beim Klammerblues mit seiner Inge. Bei letzteren verschwimmen schon mal die Grenzen zwischen der Kunstfigur und der eigenen Biografie.

Kein Zweifel, der Doktor hat viel erlebt; vor Lampenfieber aber haben ihn auch 20 Jahre Bühnenerfahrung nicht gefeit. Auch mit Spickzetteln läuft das neue Programm noch nicht ganz rund. Erst zum Ende redet sich der sonst so lakonische Stratmann regelrecht in Rage.

Abrechnung im Abschiedsprogramm

Es ist der Teil der persönlichen Abrechnung, die es auch in diesem Abschiedsprogramm gibt. Was bei den C-Promis wie Jimmy Blue Ochsenknecht schon recht deftig ausfällt, kippt bei der Kritik an Kabarett- und Fernsehkollege Urban Priol ins Bitterböse.

Auch der Medizinerkollege aus alten Studienzeiten, der die Leichen mit dem Brötchen in der Hand präparierte, bekommt noch eine handfeste Schelte: "So was macht man einfach nich."

Langfristige Planung

Jupp kann´s egal sein. Aber eigentlich lebt er ja doch noch.

Denn für sein neues Programm plant Ludger Stratmann durchaus auf längere Sicht. "Am besten kommen Sie in zwei Jahren noch mal", verabschiedet der Doktor sein Premierenpublikum, "dann ist der Abend ´ne halbe Stunde kürzer und ich brauch´ auch keine Zettel mehr."

Termine: 25./26.3., 15.-18.4.; Karten: Tel. (0201) 8204060. 

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