In „Zwischen Welten“ erzählen junge Theaterkollektive von Umbruch-Situationen

Ruhrtriennale

Am Ende des Ruhrtriennale-Projekts "Zwischen Welten" steht im kleinen Theater Unten des Schauspielhauses Bochum eine große Gruppe junger Menschen dem Publikum gegenüber. Minutenlang richten sie stumm ihren Blick auf die Ränge - manche skeptisch, manche unsicher, manche Stärke demonstrierend. Was geht in diesen Köpfen vor?

BOCHUM

, 18.09.2016, 12:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
In „Zwischen Welten“ erzählen  junge Theaterkollektive von Umbruch-Situationen

Im Bochumer Theater Unten blicken junge Menschen stumm ins Publikum.

Auch im zweiten Jahr unter Intendant Johan Simons durften sich junge Theaterkollektive mit neuen Projekten bei der Ruhrtriennale bewerben, um diese während des Festivals zu realisieren. Sie sollten von Umbrüchen erzählen, vom Übergang oder Transit.

Adoleszenz

In Bochum erzählten Larissa Bischoff, die gerade ihr erstes festes Engagement als Dramaturgin am Schlosstheater Moers angetreten ist, und Ksenia Ravvina, die Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen studiert, so von einer Zeit, die noch nicht allzu lange her ist: "Adolescence" ist der Titel ihrer Stückentwicklung.

Der Begriff meint für sie mehr als das, was man als Pubertät bezeichnet. Adoleszenz ist die Transit-Zone, in die ein junger Mensch unweigerlich irgendwann gerät, ein komplexes Zusammenspiel des Körpers und des Geistes, wenn auf einmal nichts mehr selbstverständlich ist.

Auf die Ebene des Körpers bezieht sich die 25-jährige Tänzerin Charlotte Petersen, wenn sie allein im Theater Unten steht und auf einmal ins Wanken gerät, sich kratzt und schubbert, aus- und wieder anzieht, ganz offensichtlich ein Unbehagen verspürt.

Lieder, die junge Menschen begleitet haben

Für die zweite klare Setzung dieses überraschenden Abends sorgt die 28-jährige Performerin Katja Cheraneva, die mit äußerst mittelprächtiger Gesangsstimme eine lange Liste von Liedern vorträgt, die Generationen junger Menschen begleitet haben in ihrer Einsamkeit, Verletzlichkeit, dem Erwachen von Liebe und Sexualität.

Im letzten Bild blickt der Zuschauer in die weit offenen Augen vieler junger Menschen - und sieht sich selbst.

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