Infektionsschutz: Wenn der Kindergarten zum Corona-Cluster wird

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Eine ganze Kita in Quarantäne zu schicken, sei keine einfache Entscheidung gewesen, sagt Annette Scherwinski, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes. Jetzt gehe es aber darum, weitere Infektionen zu verhindern.

von Sven Kauffelt

Borken, Kreis

, 16.08.2020, 18:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eltern und Erzieherinnen einer Kita im Stadtgebiet erleben gerade eine Ausnahmesituation: alle sind in Quarantäne, weil ein Kind mit dem Virus infiziert war und es nicht zweifelsfrei zu klären war, mit wem das Kind und die anderen Kinder der Notbetreuung tatsächlich Kontakt hatten. Am Donnerstag wurde bekannt, dass sich ein weiteres Kind angesteckt hat.

Trotzdem müssen auch alle anderen Kinder in die Quarantäne, obwohl sie negativ getestet wurden. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Annette Scherwinski, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes. „Wir müssen jedoch unbedingt verhindern, dass die Infektion weitergetragen wird.“

Strategie: unmittelbares Umfeld isolieren

Die grundsätzliche Strategie bei Ausbrüchen in einer Kita oder in der Schule laute, das unmittelbare Umfeld zu isolieren. Die Fachleute sprechen von einem Cluster. Das wären in diesem Fall die Kinder der Notbetreuung gewesen, so Scherwinski. Weil diese aber Anfang der Woche wieder in ihre normalen Gruppen geschickt wurden, seien die Kontakte nicht mehr nachzuvollziehen gewesen.

Weil das zuerst infizierte Kind schon aus einem „Cluster“ mit acht infizierten Personen gekommen sei, sei die Behörde besonders vorsichtig. „Das Infektionsgeschehen kommt uns sehr dynamisch vor“, sagt Scherwinski.

Immer neue Probleme

Da die Kinder nun zu Hause betreut werden müssen, bringt das für die Familien wieder neue Probleme. In Quarantäne müssen die Familienmitglieder nicht, wie Annette Scherwinski betont, weil sie nur „Kontaktpersonen von Kontaktpersonen“ des ursprünglich infizierten Kindes sind, aber jemand muss sich ja um die Betreuung zu Hause kümmern.

Bei angeordneter Schließung einer Kita oder Schule hat allerdings ein Elternteil Anspruch auf Lohnfortzahlung für die Dauer der Betreuung. Das Gehalt wird vom Arbeitgeber weitergezahlt, der es sich aber vom Landschaftsverband wiederholen kann.

Nähere Infos dazu auf: www.lwl.org

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