Ingo Ronkholz schenkt Bochumern seine Kunst

Ausstellung im Kunstmuseum

Museumsbesucher fühlen sich selten so stark zu Werken hingezogen wie im Angesicht der Skulpturen des Krefelder Künstlers Ingo Ronkholz. In die Plastik, die jetzt in Bochum zu erleben ist, würde man am liebsten hineinkriechen. Sie ist Teil der Ausstellung "Ingo Ronkholz im Kunstmuseum Bochum" - eine von zwei Schauen, die sich mit der eigenen Sammlung beschäftigen.

BOCHUM

, 10.03.2017, 15:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ingo Ronkholz schenkt Bochumern seine Kunst

Künstler Ingo Ronkholz erläuterte am Freitag im Kunstmuseum Bochum seiner Arbeiten.

Ein Konvolut von Zeichnungen Ingo Ronkholz' wird nämlich, wenn es von Seiten der Stadtverwaltung keine Bedenken wegen der Folgekosten gibt, bald Teil der Bochumer Sammlung sein. Der Krefelder Künstler hat sie dem Haus übereignet, weil er dessen Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten zu schätzen lernte.

"Es liegt nicht so sehr im Mainstream, vertritt immer sehr starke Positionen und ist kein Durchlauferhitzer für Kunstmarkt-Trends", sagte er bei der Vorstellung der Schau.

Collagen schaffen Räume

Was Ronkholz selbst "Zeichnungen" nennt ("Da bin ich dickköpfig"), könnte man eigentlich besser mit dem Begriffen Collage beschreiben. Wie mit seinen Skulpturen versucht er mit diesen Blättern, Räume zu schaffen. Er experimentiert mit Formen, Flächen und Material.

Eine Reihe gräulicher, abgesetzter Farbfelder auf einem Triptychon setzt er zum Beispiel durch das Aufkleben von Papierseiten, deren Rückseiten mit schwarzer Ölfarbe mehr getränkt als bemalt sind.

Verführerische Skulptur

Das Verführerische an der Bronze-Skulptur, die ein Sammler-Paar als Beigabe zur Ausstellung spendete, ist ihr Inneres, aus dem in den Worten des Künstlers ein "dunkles Licht" zu schimmern scheint. In Gedanken versucht der Betrachter den Raum zu durchdringen, der seinen Blicken verschlossen bleibt.

Das zweite Ausstellungsprojekt im Kunstmuseum Bochum, das gerade umgebaut wird, heißt "Das Haus deiner Kindheit" und beschäftig sich mit der Konstruktion von Kindheit in der Kunst. So treffen zum Beispiel jugendliche Zuwanderer auf Werke aus der Sammlung von Emil Nolde oder Käthe Kollwitz und diskutieren sie.

Kunstmuseum Bochum, 12.3.-21.5. (beide Ausstellungen), Kortumstraße 147, Di-So 10-17 Uhr, Mi bis 20 Uhr. Weitere Infos .