Inszenierung von Zuschauern im Visier der Fotokamera

Ausstellung im Campusmuseum

Kurz bevor die Fernsehshow beginnt, baut Egbert Trogemann (Foto) im Studio seine Fachkamera mit dem schwarzen Tuch auf. Sein Motiv sind nicht die Stars, der Moderator, die Bühne, sondern die Zuschauer. Wenige Minuten dauert sein „Auftritt“.

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 14.11.2013, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit viel Licht wird im Studio der Zuschauerraum inszeniert, den der Zuschauer aus dem Fernsehen kennt.

Mit viel Licht wird im Studio der Zuschauerraum inszeniert, den der Zuschauer aus dem Fernsehen kennt.

Fotograf und Ausstellung
Egbert Trogemann  ist seit 1997 als Fotograf und Kameramann an künstlerischen Produktionen beteiligt. 2007 war er offizieller künstlerischer Fotograf der documenta 12. „Audience“ ist bis 27. April 2014 im Campusmuseum der Kunstsammlungen der RUB zu sehen: Do-So 11-17 Uhr. Ergänzend werden Fotografien von Becher-Schülern präsentiert. Die 120-seitige Publikation „Audience“ ist im Verlag Hatje Cantz erschienen. Neben den Fotografien enthält sie neben einem Text der Kuratorin Friederike Wappler Essays, darunter die intelligent-unterhaltsamen Betrachtungen von Roger Willemsen zu „Die Macht im Saal“.

Falten wirft das Transparent, das den Himmel hinter den Zuschauern simuliert. Der Boden voller Macken. Glamourös ist etwas anderes. Da bekommt der Titel der Show „Mein Morgen“ eine neue Bedeutung.Andere Shows wie „Dancing on Ice“ warten mit künstlich geschaffenen Bühnenbildern auf, in die der Zuschauer integriert wird. Ob „Nur die Liebe zählt“, „Die Zwillingsshow“ oder die „Ingo Appelt-Show“, bei der die Zuschauer nach Geschlechtern getrennt sitzen, mit viel Licht wird hier die Wirklichkeit inszeniert. Kultur muss sich da bescheiden, Roger Willemsen versammelte das überschaubare Publikum in einem Hinterhof-Studio. Trogemann fotografiert über den Tisch hinweg, auf dem Gläser, Kaffeetasse und eine Flasche Bier auf die noch nicht anwesenden Gäste und den Moderator verweisen.

So zeigen die Fotografien, wie das Publikum in Szene gesetzt wird, damit es quasi zum Stellvertreter für den Zuschauer auf der heimischen Couch wird. Für dieses „über den Wiedererkennungswert hinausweisende Sehen“, so Friederike Wappler, bietet ein Kunstmuseum die besten Rahmenbedingungen. Die Leiterin der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität stellt die Frage nach der Bedeutung und der Rolle des Publikums, die ja auch für Kunstmuseen gilt. Trogemann kennt sie bereits als Partner von Mischa Kuball dessen Projekt „New Pott“ bereits in der Ruhr-Uni ausgestellt war.  

Fotograf und Ausstellung
Egbert Trogemann  ist seit 1997 als Fotograf und Kameramann an künstlerischen Produktionen beteiligt. 2007 war er offizieller künstlerischer Fotograf der documenta 12. „Audience“ ist bis 27. April 2014 im Campusmuseum der Kunstsammlungen der RUB zu sehen: Do-So 11-17 Uhr. Ergänzend werden Fotografien von Becher-Schülern präsentiert. Die 120-seitige Publikation „Audience“ ist im Verlag Hatje Cantz erschienen. Neben den Fotografien enthält sie neben einem Text der Kuratorin Friederike Wappler Essays, darunter die intelligent-unterhaltsamen Betrachtungen von Roger Willemsen zu „Die Macht im Saal“.