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Interkultureller Austausch für junge Menschen

Projekt Ewoca-3

Wer fremde Kulturen entdeckt und mit Menschen aus anderen Ländern zusammenkommt, baut Vorurteile ab und wird weltoffener. Das ist jedenfalls der Grundgedanke von Ewoca-3. Mithilfe dieses Programms reisen am Dienstag, 4. August, sechs junge Menschen aus Bochum für zwei Wochen in die Türkei.

BOCHUM

, 04.08.2015
Interkultureller Austausch für junge Menschen

Bereits im letzten Jahr nahmen Jugendliche an dem Projekt teil – und sammelten wertvolle Erfahrungen.

„Wir wollen den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, im Ausland neue Erfahrungen zu machen“, sagt Janina Dorner, die die jungen Leute in die Türkei begleitet. Dort werden sie gemeinsam mit zwei gleichgroßen Gruppen aus Bosnien-Herzegowina und der Türkei eine Straßenkunst-Show entwickeln.

Das Thema der Reise lautet „Nachhaltigkeit“. Dem Motto soll auch die Show entsprechen. So bastelten die jungen Erwachsenen, die zwischen 22 und 26 Jahre alt sind, im Vorfeld der Reise zum Beispiel aus Plastikflaschen für eine Beleuchtungsshow Requisiten.

„Außerdem werden sie eine mobile Bühne bauen, auf der sie ihre Show in Dörfern und Gemeinden aufführen können“, erklärt Dorner. Die Teilnehmer werden nicht an einem Ort bleiben, sondern ländliche und städtische Gebiete der Ägäisregion bereisen. „Neben der Show sollen sie nachhaltige Projekte realisieren, um die Situation vor Ort zu verbessern.“

Grundlagen in Türkisch

Besonders wichtig sei auch der Kontakt zu den ausländischen Jugendlichen. Janina Dorner, die bereits ähnliche Projekte, auch in der Türkei, begleitet hat, kennt die Verhaltensmuster: „Die Jugendlichen benehmen sich in der Regel immer gleich“, erzählt Dorner. „Erst finden sie sich gegenseitig eher doof, aber am Ende weinen sie beim Abschied und halten den Kontakt über Facebook. Die menschlichen Resultate solcher Projekte sind jedenfalls sehr bewegend.“

Ein entscheidender Punkt auf dem Weg zur Verständigung sei auch die Sprache. Dorner spricht selbst Türkisch, den Teilnehmern wurden vor der Reise immerhin Grundlagen vermittelt. „Sie müssen verschiedene Aufgaben lösen und werden dazu in multinationale Kleingruppen eingeteilt. So kommen sie automatisch miteinander in Berührung, auch wenn sie die jeweilige Sprache der anderen nicht beherrschen. Im Übrigen sprechen ja auch fast alle Englisch.“

Gespräche mit NGOs

Damit die Sprachbarriere keinen zu großen Einfluss hat, sind die Show-Elemente nicht besonders sprachlastig. „Die Jugendlichen können musizieren, tanzen oder sich pantomimisch ausdrücken. Da ist vieles möglich“, sagt Dorner. „Das ist auch etwas, was sie sich selbst erarbeiten sollen. Die Gruppenleiter aus den drei Ländern sind eher dazu da, Hilfestellungen zu geben. Die Show gestalten die Teilnehmer aber selbst.“

Neben dem künstlerischen Teil werden Gespräche geführt, etwa mit Politikern oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs), aber auch mit den Menschen vor Ort. „Es geht ja auch darum, die Eindrücke aus den verschiedenen Stationen der Reise zu verarbeiten und die Show so weiterzuentwickeln“, sagt Dorner. Weiterentwickeln soll sich auch das kulturelle Verständnis. Damit die jungen Erwachsenen einander ohne Vorurteile begegnen können.

Ewoca-3 ist ein Programm des Dortmunder Instituts für Berufliche Bildung (IBB), das vom Land NRW und der Stiftung Mercator gefördert wird. Das Projekt in der Türkei ist der Auftakt für eine dreijährige Partnerschaft, die das Jugendamt der Stadt Bochum mit Partnerorganisationen aus der Türkei und Bosnien-Herzegowina geschlossen hat. Voraussichtlich im nächsten Jahr werden die beiden Gruppen aus Osteuropa nach Bochum kommen. Ein Jahr später geht es dann nach Bosnien-Herzegowina.

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