Islamische Glaubensgemeinschaft feierte Tag der offenen Tür

Moschee Fatih Camii

Zum achten Mal hat die Islamische Glaubensgemeinschaft Herbede am Wochenende zum Tag der offenen Tür in die Moschee Fatih Camii im Ruhrtal eingeladen. An zwei Tagen öffnete die Moschee ihre Türen, eine Formulierung, die Halil Demir mit einem Schmunzeln quittiert.

HERBEDE

von Von Christian Lukas

, 23.05.2011, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gut zu tun hatten Tugce Kübra Durgut, Gülcan Ünlü, Neriman Bayrak an ihrem Verkaufsstand, der fürs leibliche Wohl beim Tag der offenen Tür der Moschee in Herbede sorgte.

Gut zu tun hatten Tugce Kübra Durgut, Gülcan Ünlü, Neriman Bayrak an ihrem Verkaufsstand, der fürs leibliche Wohl beim Tag der offenen Tür der Moschee in Herbede sorgte.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft Herbede ist der Ditib, der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion angeschlossen. Und die sendet ihre Hodschas, die von den jeweils nächsten türkischen Konsulaten besoldet werden, stets nur für eine begrenzte Dienstzeit in die Gemeinden. Ein Umstand, den Halil Demir persönlich bedauert. „Ich wusste nicht, was mich in Deutschland erwarten wird“, sagt er. Anfang der 90-er Jahre, als junger Mann, arbeitete er kurz in den USA und den Niederlanden. Rückblickend eine Erfahrung, die ihm half in Herbede Fuß zu fassen.

Wird oft über den Kampf der Kulturen gesprochen, über Integrationshemmnisse aufgrund der verschiedenen Religionen, empfindet Halil Demir den Umgang der Religionen in der Region als unverkrampft. „Ich bin hier sehr schnell heimisch geworden, habe viele interessante Menschen kennen gelernt und darüber hinaus sehr viel über den Dialog der Religionen gelernt.“ Nie aufhören zu lernen, das ist eine Devise, die der Hodscha gerade Jugendlichen zu vermitteln versucht. Er selbst hat neben Theologie auch Soziologie studiert – als einen Höhepunkt seiner Arbeit im Ruhrtal betrachtet er ein Treffen im Jahr 2008 im Rahmen eines Gebetes der Religions for Peace / WCRP Witten – als Muslime, Christen, Hindus, Juden, Baha’i und Vertreter weiterer Religionen in der Fatih Camii zusammen kamen. „Da fallen Vorurteile.“

Die Einnahmen des Tages der offenen Tür gehen in die Arbeit der Gemeinde, für Halil Demir geht es im Herbst zurück in die Türkei, wo er für zwei Jahre in Ankara arbeiten wird.