Jäger aus Twente muss nach Wolfsabschuss in Deutschland vor Gericht

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Ein Jäger aus dem Raum Twente muss sich vor einem Gericht in Potsdam verantworten, weil er einen Wolf abgeschossen hat. Der Jäger spricht von einem Notfall, der Staatsanwalt sieht das anders.

Twente (NL)

, 26.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei einer so genannten Drückjagd im Raum Berlin hat ein 52-jähriger Jäger aus dem Raum Twente in den Niederlanden einen Wolf erschossen. Die Staatsanwaltschaft in Potsdam hat den Mann jetzt angeklagt nach Paragraph 71 des Bundesnaturschutzgesetzes.

Der Wolf ist in Deutschland eine streng geschützte Tierart. Seit 1990 wurden 119 tote Wölfe gemeldet; 17 davon wurden illegal geschossen, 87 starben im Straßenverkehr.

Denn: Das Gesetz sieht für das Töten einer geschützten Tierart eine Haftstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor. Das berichtet die niederländische Tageszeitung Tubantia.

Dem Deutschen Jagdverband zufolge ist eine solche Anklage in Deutschland noch nie erhoben worden. Auch dem Sprecher des Amtsgerichtes Potsdam, Oliver Kramm, ist ein ähnlicher Fall bisher nicht bekannt gewesen.

Anklage in Deutschland bisher einmalig

Die Treibjagd, bei dem der Wolf geschossen wurde, fand im Januar 2019 im Landkreis Potsdam-Mittelmark statt. In einem Bericht von Antenne Brandenburg über diesen Fall heißt es, dass der Wolf die Jagdhunde des Jägers angegriffen hat. Der Anwalt des Jägers erklärte gegenüber rbb24, dass sich der Wolf „nicht durch Pfiffe, Schreie und einen Warnschuss vertreiben ließ“.

Wie die Tubantia berichtet, wollte die Staatsanwaltschaft in Potsdam den Fall zunächst gegen Zahlung einer Strafe von 5000 Euro durch den Jäger niederlegen. Das hätten der Jäger, sein Anwalt und der Deutsche Jagdverband (DJV) abgelehnt, so die Tageszeitung weiter.

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„Wir wollen wissen, wo wir in solchen Situationen stehen, über die es in den Gesetzen und Vorschriften nichts gibt. Diese Rechtssicherheit erhalten wir nur durch einen Prozess“, sagt DJV-Sprecher Torsten Reinwald.

Der Jäger aus Twente nahm im Januar 2019 an einer Jagd mit etwa 50 Jägern und Hunden in den Wäldern von Rädigke in Brandenburg teil. Der Holländer saß auf einem Hochsitz, einem Ausguck für Jäger.

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