Jahrespraktikantin ersetzt Erzieherin in Fabido-Einrichtung

Kita Am Rüggen

In der Kita Am Rüggen wird ab September eine Jahrespraktikantin ihr Anerkennungsjahr beginnen. Dafür wechselt eine Erzieherin in eine andere Einrichtung – ihre Stelle in Menglinghausen wird umgewandelt. Die Eltern sind irritiert. Wir haben mit allen Parteien gesprochen.

MENGLINGHAUSEN

, 08.05.2015, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kita Am Rüggen betreut insgesamt 50 Kinder, aufgeteilt in drei Gruppen.

Die Kita Am Rüggen betreut insgesamt 50 Kinder, aufgeteilt in drei Gruppen.

Dauerhaft wird die Jahrespraktikantenstelle an der Kita am Rüggen eingerichtet, jedes Jahr gibt es also einen Personalwechsel an dieser Position. Die Kita ist damit Teil des Ausbildungskonzepts der Fabido. 10 Mitarbeiter betreuen in der Kita Am Rüggen insgesamt 50 Kinder. 40 von ihnen sind zwischen drei und sechs Jahre alt, 10 sind unter drei Jahren alt. An der Gesamtzahl der Mitarbeiter ändert sich durch die Stellenumwandlung nichts. Dafür aber am Behagen einiger Eltern. Kritik kommt ebenfalls von Verdi-Seite.

Das sagen die Eltern:

Die Mutter eines Kitakindes (Name der Redaktion bekannt) sieht nicht, wie eine Jahrespraktikantin die Arbeit einer erfahrenen Erzieherin ersetzen kann. Natürlich befürworte sie die Ausbildung in städtischen Kitas, allerdings findet sie auch, „dass alle Arten von Auszubildenden doch allenfalls zusätzlich ins Team kommen sollten“.

Zudem befürchtet die Mutter, dass durch die vergleichsweise hohe Fluktuation, die eine Jahrespraktikantenstelle mit sich bringt, die Kinder wechselhafter und weniger intensiv betreut werden.

Das sagt die Stadt:

„Alles hat seine Richtigkeit“, sagt Stadtsprecherin Anke Widow. Dem KiBiz werde Genüge getan, der Personalschlüssel stimme nach wie vor. Zudem sei die Bezeichnung „Praktikant“ in diesem Falle etwas irreführend; ein Berufspraktikant habe bereits eine dreijährige Ausbildung abgeschlossen, das Praktikum sei der letzte Schritt auf dem Weg zum Beruf.

Auch eine Verdrängung finde nicht statt. Die scheidende Erzieherin wechselt innerhalb der Fabido die Einrichtung und sei damit einverstanden. In der Kita Am Rüggen soll die Jahrespraktikantenstelle erhalten und die Einrichtung so als dauerhafte Ausbildungsstätte etabliert werden. „Ausbildung dient der Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit und soll Fachkräftemangel vorbeugen“, sagt Widow.

Auch die Befürchtung von Eltern, dass Kinder die Personalwechsel nicht gut verkraften, schwächt Anke Widow ab: Es werde auch in Zukunft eine gute Bindung zwischen Kindern und Erziehern geben. Wechsel im Personal seien generell vollkommen üblich, schon allein um der teils schwankenden Anzahl an Kita-Kindern zu begegnen.

Das sagt Verdi:

Verdi-Sprecherin Sabine Uhlenkott erscheint die Argumentation der Stadt schlüssig. Sie sagt aber: „Die Mindestvorgaben laut KiBiz sind aus unserer Sicht unzureichend.“ Sie kenne die Hintergründe der Situation nicht, allerdings liege die Vermutung nahe, dass die scheidende Erzieherin in einer anderen Fabido-Kita offenbar dringender gebraucht werde. Sei dies der Fall, zeuge das von einer Mangelverwaltung beziehungsweise personellen Lücken im städtischen Betrieb, durch die solche Engpässen überhaupt erst entstehen könnten.

Fabido bietet im Jahr gut 100 Ausbildungsstellen an. Wer staatlich geprüfte/r Erzieher/in werden möchte, macht nach drei Jahren Ausbildung ein Anerkennungsjahr in einer Kita.