Jan Neumanns "Herzschrift": Klamauk ohne Spannung

DÜSSELDORF Kann man mit Anfang 60 noch einmal einen Neuanfang schaffen? Ursulas anhängliche Mutter ist tot, ihren Job hat sie verloren, sie muss ihre Lebenssituation neu überdenken. Davon handelt Jan Neumanns Auftragswerk "Herzschritt" für das Düsseldorfer Schauspielhaus.

von Von Britta Helmbold

, 28.09.2008, 13:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jan Neumanns "Herzschrift": Klamauk ohne Spannung

Katja Paryla (l.) als Tochter Ursula und Anne Knaak als Quasselstrippe.

Eigentlich sollte das Stück schon in der vergangenen Spielzeit aufgeführt werden, doch aus künstlerischen Gründen wurde es auf diese Saison verschoben. Am Samstag hat es Hermann Schmidt-Rahmer im Kleinen Haus zur Uraufführung gebracht und einen albernen Klamauk inszeniert.

Wunderbar unerträgliche Redeströme Der Regisseur scheint weder seinen vier Protagonisten noch dem Text, der aus lakonisch-witzigen Dialogen besteht, zu trauen. Die Schauspieler müssen überzeichnet und recht eindimensional agieren - was ihnen auch gelingt. Die Mimik von Michael Schütz´ Nervensägen-Mutter und Katja Parylas Tochter Ursula spricht Bände. Anne Knaak gibt die Arbeitskollegin, die wunderbar unerträglich Redeströme von sich gibt. Matthias Fuhrmeister muss als Ursulas erotische Fantasie einmal sogar mit weißen Netzstrümpfen und Strumpfmaske über dem Gesicht auftreten.

Nach und nach füllt sich die Bühne mit Requisiten, doch die können die fehlende dramatische Spannung auch nicht ersetzen. Die 75-minütige Aufführung zieht sich wohl aufgrund der massiven Regieeinfälle, die selten originell sind, in die Länge.

Termine im Oktober: 7., 15., 24., 25.10.; Karten: Tel. (0211) 369911

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