Jarousskys Orfeo führte das Publikum ins Glücks-Elysium

Konzerthaus Dortmund

Eine große Rolle spielt Monteverdis Musik auch in diesem Jahr nicht, dem Festjahr zum 450. Geburtstag des Komponisten. Aber Countertenor Philippe Jaroussky hat mit seinem "Orfeo-Projekt" eine großartige Hommage zusammengestellt, die er am Samstag im nahezu ausverkauften Konzerthaus Dortmund unter großem Jubel präsentiert hat. Es war ein wundervoller Abend - zum Niederknien schön gesungen und äußerst klug arrangiert.

DORTMUND

, 19.03.2017 / Lesedauer: 2 min
Jarousskys Orfeo führte das Publikum ins Glücks-Elysium

Traum-Orfeo Philippe Jaroussky hatte mit der ebenso stilsicheren Amerikanerin Amanda Forsythe eine überragende Euridice zur Seite.

Vier Vertonungen der Orpheus-Geschichte hat der 39-jährige Franzose verbunden. Im ersten Teil fügte er mit Sopranistin Amanda Forsythe fast nahtlos Arien und Duette von Monteverdi, Antonio Sartorio und Luigi Rossi aneinander. Und obwohl die Werke innerhalb von 65 Jahren komponiert worden sind, harmonierten sie vorzüglich.

Viel Feuer gab Jaroussky der Glücksjubel-Arie aus Monteverdis "Orfeo", die als erste Oper der Musikgeschichte gilt. Und den Tod der Euridice machte das Duo in der Vertonung von Sartorio zu einer dichten, intensiven Szene.

Orpheus’ Weg ins Elysium

Im zweiten Teil folgte Orpheus’ Weg ins Elysium aus der Oper von Gluck. Geführt vom Reigen seliger Geister, versucht Orfeo in dem 100 Jahre später komponierten Werk, in dem die Tür zu Mozarts Musik schon weit geöffnet ist, Euridice zu retten.

Jarousskys schlanke, elegante, makellos geführte Stimme, die so natürlich klingt, wie die von keinem anderen Counter, passte perfekt zu allen Vertonungen. In den Darstellungen von tiefem Leid klang sie herzzerreißend schön und in den Jubelkoloraturen zum Verlieben glücklich. Ein Traum-Orfeo, der mit der ebenso stilsicheren Amerikanerin Amanda Forsythe eine überragende Euridice zur Seite hatte.

Projekt auf CD

Auf CD hat Jaroussky dieses tolle Projekt schon (ohne Glucks Musik) mit den "Barocchisti" unter Leitung von Diego Fasolis realisiert. Live klang das nur 21 Musiker starke Orchester mit historischen Instrumenten noch farbiger und inspirierter. Großartig.