Jeder fünfte Schüler versagt bei einfachsten Aufgaben

Pisa-Studie

Wer mit 15 nicht einmal simpelste Schulaufgaben lösen kann, gehört im OECD-Maßstab zur Kompetenzgruppe der „Leistungsschwachen“. Die Bildungsorganisation hat sich diese Schüler nun anhand der Pisa-Ergebnisse der vergangenen Jahre genauer angeschaut. Und ihr Zeugnis fällt für die deutschen Schüler nicht gut aus.

Berlin

11.02.2016, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Schüler können laut einer OECD-Studie nicht mal einfachste Aufgaben lösen. Besonders, wenn sie aus einer sozialschwachen Familie kommen.

Viele Schüler können laut einer OECD-Studie nicht mal einfachste Aufgaben lösen. Besonders, wenn sie aus einer sozialschwachen Familie kommen.

Leistungsschwache Schüler, sie sind der Fokus aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die OECD hat dafür die Pisa-Daten aus allen Schulformen von 2000 bis 2012 in analysiert.

Demnach gilt in Deutschland immer noch fast jeder fünfte fünfzehnjährige Schüler als zumindest teilweise äußerst leistungsschwach. Das bedeutet, er kann nicht mal die einfachsten Aufgaben lösen. Und nach wie vor ist der soziale Hintergrund eines Jugendlichen hierzulande ein entscheidender Risikofaktor für solches Schulversagen. 

"Das sind wirklich allereinfachste Aufgaben"

Gut 140.000 Fünfzehnjährige in Deutschland erreichten demnach in diesem Zeitraum im Fach Mathematik bestenfalls das Kompetenzniveau 1, fast 70.000 Getestete waren sogar sehr schwach in allen drei PISA-Vergleichsfeldern (Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen und Textverständnis). „Kompetenzniveau 1 - das sind wirklich allereinfachste Aufgaben“, sagte OECD-Chefkoordinator Andreas Schleicher. „Es gibt einen relativ hohen Anteil Schüler, die nicht einmal dieses elementarste Niveau erreichen.“ Die OECD unterteilt den Kompetenzstand von Schülern in Stufen zwischen 0 und 6.

Der Chef des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, fühlte sich durch die OECD beim Thema Hausaufgaben bestätigt: „Dass besser abschneidende Schüler auch mehr Zeit in Hausaufgaben investieren, widerlegt die Kritik an deren angeblicher Sinnlosigkeit.“ Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, forderte, „die Ressourcen für Bildung entsprechend der veränderten Lage dauerhaft zu erweitern“.

Wegen steigender Anforderungen durch heterogene Schülergruppen, große Klassen und hohe Stundenzahlen stünden die Lehrer am Rande ihrer Möglichkeiten. Ilka Hoffmann vom Vorstand der Bildungsgewerkschaft GEW sagte, statt sich dem Gerechtigkeitsproblem konsequent zu stellen, engagiere sich die KMK neuerdings besonders für Hochbegabte - dies sei der falsche Weg. Am sechsten PISA-Test nahmen 2015 in Deutschland rund 10.000 Schüler teil. Die Ergebnisse werden am 6. Dezember veröffentlicht.  

von dpa

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