Jennifer Larmore singt „Leichtes“ in der Philharmonie

In Essen

Nach Thomas Hampson im Dezember beehrte mit Jennifer Larmore am Sonntag, 22. Januar, wieder ein amerikanischer Gesangsstar die Philharmonie Essen - und fand ein nur halb gefülltes Haus vor.

ESSEN

, 23.01.2017 / Lesedauer: 2 min
Jennifer Larmore singt „Leichtes“ in der Philharmonie

Jennifer Larmore.

Dabei hatte die als "Amerikanerin in Paris" angekündigte Mezzosopranistin nur charmante Operetten- und Musicalmelodien im Gepäck. Mit ihr kam ein französisches Ensemble, das hier sein Deutschland-Debüt gab und das man sich merken sollte: das junge, spritzige Orchestre de Chambre Pelléas unter seinem dynamischen Chefdirigenten Benjamin Levy.

Mit Verve, durchgängigem Vibrato und großer Pose trug Jennifer Larmore "I Feel Pretty" aus "West Side Story" und "I Could Have Danced All Night" aus "My Fair Lady" vor und machte so vergessen, dass sie für beide Songs mit 58 eigentlich zu alt ist. In Gershwins "Summertime" ließ sie die Melodie bruchlos durch die Stimmlagen gleiten.

Gesanglich und mimisch hinreißend

Weills "Foolish Heart" und Berlins "What’ll I Do" klangen zum Dahinschmelzen schön. Finaler Höhepunkt in Larmores Programm war Victor Herberts "Art Is Calling For Me", in dem sie gesanglich und mimisch hinreißend mit der Rolle als Primadonna kokettierte. Eine beschwipste Offenbach-Zugabe betonte erneut ihre besonderen komödiantischen Qualitäten.

Benjamin Levy und sein Orchestre de Chambre Pelléas beließen es nicht bei der Rolle als einfühlsame und rhythmisch flexible Begleiter. Besonders in ihrem Element waren sie bei unterhaltenden Musikstücken von Ibert, Roussel und unbekannteren französischen Operetten-Komponisten, die sie mit Leichtigkeit und Esprit vortrugen, wobei Levy nicht selten beschwingt auf dem Podest tanzte.