Jens Spahn: Einführung von Corona-Warn-App kann noch dauern

Coronavirus

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich am Sonntag zur möglichen Einführung der Corona-Warn-App geäußert. An dieser hatte es bis zuletzt Kritik gegeben - bis Spahn umgeschwenkt war.

Berlin

27.04.2020, 06:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kommt jetzt eine nationale Corona-Warn-App?

Kommt jetzt eine nationale Corona-Warn-App? © picture alliance/dpa

Bis eine Corona-Warn-App in Deutschland bereitsteht, kann es laut Gesundheitsminister Jens Spahn noch etwas dauern. Man wolle den jetzt eingeschlagenen Weg mit einer dezentralen App „so schnell als möglich, aber auch so sicher als möglich gehen“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in den ARD-“Tagesthemen“. Ein konkretes Datum nannte er nicht.

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Auf den Hinweis, dass eine App ursprünglich schon Mitte April in Betrieb gehen sollte, sagte der Minister, er habe „immer darauf hingewiesen, mit den Erfahrungen aus anderen Digitalprojekten, dass es meistens ein, zwei, drei Wochen länger dauert, als manch einer öffentlich sagt, weil Datensicherheit und Datenschutz so wichtig sind“. Bei der nun geplanten App könne man „aufsetzen auf das, was in den letzten Wochen entwickelt wurde“ und dieses weiterentwickeln. „Und das werden wir sehr gründlich machen, aber auch sehr zügig in den nächsten Wochen.“

Experten: Dezentrale Speicherung ist besser

Die Bundesregierung hatte sich am Wochenende für eine dezentrale Speicherung entschieden. Als Grund nannte Spahn in der Sendung die höhere Akzeptanz dieser Lösung. „Wir brauchen möglichst viele die mitmachen, damit wir das Virus und den Ausbruch unter Kontrolle bekommen.“

Eine dezentrale Speicherung ist nach Einschätzung von Experten besser für den Datenschutz als ein zentraler Abgleich der Daten. Zudem wird damit der Weg frei, die Apps mit den Smartphone-Systemen von Apple und Google zu verknüpfen. Das dürfte die Apps effizienter und sicherer machen. Die Corona-Apps sollen helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten.