Jessica Chastain als harte Kämpferin in der Politik

Kino: "Die Erfindung der Wahrheit"

Dass Politiker einzig ihrem Gewissen verpflichtet seien, ist ein schönes Märchen. In der Realität buhlen Scharen von Lobbyisten um ihre Gunst und Stimme. Die verstehen sich auf die Kunst der Einflüsterung, umgarnen Volksvertreter mit vorsortierten Fakten und hoffen auf Gefälligkeiten. In Brüssel, Berlin, Paris, überall.

10.07.2017, 17:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jessica Chastain spielt Liz Sloane.

Jessica Chastain spielt Liz Sloane.

In den USA, wo Spenden die Kampagnen finanzieren, sind dem Einfluss der Lobby Tür und Tor weit geöffnet, davon erzählt John Maddens Polit-Thriller "Die Erfindung der Wahrheit": Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) ist eine Lobbyistin, die beste. Eine Frau von messerscharfem Verstand, eine ausgefuchste Taktikerin, kaltschnäuzig, berechnend, brutal effizient in Methode und Führungsstil.

Liz gegen die Waffenlobby

Ihr ganzes Sein ist auf Erfolg und Karriere getrimmt. "All work, no play", alles Maloche, wie es in Kubricks "Shining" hieß. Das Businesskostüm ist die Rüstung, in der Liz auf Washingtons politischem Parkett in die Schlacht zieht. Keiner versteht, warum sie die Seite wechselt, als die Waffenlobby ein Gesetz kippen will, das den freien Kauf von Waffen einschränken soll.

Liz und ihr Team heuern bei einer Agentur an, die gegen die Waffenlobby arbeitet. Sie organisiert deren Kampagne. Abgeordnete wollen bearbeitet werden, Verbündete und Spenden gewonnen sein. Politik ist ein schmutziges Spiel, das Liz meisterhaft beherrscht. Sie trickst und täuscht, wird hintergangen und vor einen Ausschuss gezerrt, hat aber immer ein Ass im Ärmel.

Schattenseite der Politik

Hoch spannend, was der Film von der Schattenseite des Politikbetriebs berichtet. Da stecken Zündstoff und aufklärerisches Potenzial drin, trotz Beigaben von Kintopp. Und Jessica Chastain ist großartig als Intelligenzbestie, die alles riskiert und einen verblüffenden Plan verfolgt.

 

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