Jetzt mehr Tote durch Coronavirus als durch Sars

Lungenkrankheit

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in China steigt - die der Todesopfer auch. Weitere Deutsche sollen jetzt von Wuhan ausgeflogen werden. Sie werden in Berlin erwartet.

Peking

09.02.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jetzt mehr Tote durch Coronavirus als durch Sars

Insgesamt 813 Menschen sind schon am neuen Coronavirus gestorben. Bis auf zwei Tote in Hong Kong und auf den Philippinen gab es ausschließlich in China Todesfälle. (Symbolbild) © Wang Quanchao/XinHua/dpa

Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus hat die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren überstiegen. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813.

Zahl der Coronavirus-Infizierten steigt

An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 laut WHO 8096 Menschen erkrankt und weltweit 774 gestorben. Allein in Festland-China und Hongkong hatte es 648 Todesfälle geben. Mit dem neuen Coronavirus haben sich bereits mehr als 37.500 Menschen infiziert.

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg am Sonntag in China um weitere 2656 auf 37.198 Fälle, wie die Behörden mitteilten. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 bestätigte Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland.

Todesfälle auf dem chinesischen Festland

Bis auf ein Opfer auf den Philippinen und eines in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong haben sich alle Todesfälle auf dem chinesischen Festland ereignet - die meisten in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. In der Provinz kamen bislang 780 Menschen ums Leben.

Weitere Wuhan-Rückkehrer in Berlin erwartet

Nach der ersten Rückholaktion vor wenigen Tagen, sollen nun weitere Deutsche aus Wuhan ausgeflogen werden. Die britische Chartermaschine ist mit 200 Briten und weiteren Staatsbürgern an Bord auf dem Weg nach Großbritannien, Sonntagmorgen um 3.20 Uhr (Ortszeit; 20.20 Uhr MEZ Samstagabend) hob das Flugzeug in Wuhan ab. Es sollte am Sonntagmorgen auf dem britischen Militärflughafen in der Nähe von Oxford landen.

Das Auswärtige Amt twitterte am Samstagabend mit einem Dank an die britischen Behörden: „An Bord einer britischen Chartermaschine sind Deutsche und Familienangehörige aus Wuhan auf dem Weg in die Heimat.“ In Berlin werden am Sonntagvormittag etwa 20 deutsche Staatsbürger aus Wuhan erwartet.

In Tegel werden die Rückkehrer laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Er soll prüfen, ob bei Passagieren während des Fluges Symptome aufgetreten sind.

14 Tage Quarantäne

Sie sollen dann in einem Isolierbereich in den Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes im Stadtteil Köpenick am südöstlichen Stadtrand von Berlin untergebracht werden. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus getestet. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet.

Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in dem Krankenhaus bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am Main angekommen.

RND/dpa