Johan Simons soll Intendant in Bochum werden

Noch ist es nicht offiziell, aber die Spatzen wissen es schon: Johan Simons wird der neue Intendant des renommierten Schauspielhauses Bochum. Dem Publikum im Ruhrgebiet ist der Niederländer bereits bestens bekannt: als künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale.

Bochum (dpa)

03.02.2016, 13:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Johan Simons hat gute Chancen, neuer Intendant des Schauspielhauses Bochum zu werden. Foto: Bernd Thissen

Johan Simons hat gute Chancen, neuer Intendant des Schauspielhauses Bochum zu werden. Foto: Bernd Thissen

Der Ruhrtriennale-Chef Johan Simons (69) soll nach dpa-Informationen 2017 neuer Intendant des Schauspielhauses Bochum werden. Der Verwaltungsrat des renommierten Theaters soll dies in einer Sondersitzung am Freitag entscheiden.

Der Niederländer Simons ist einer der profiliertesten Theatermacher im deutschsprachigen Raum, in Belgien und in den Niederlanden. Er soll die Nachfolge von Anselm Weber (52) antreten, der 2017 zum Schauspiel Frankfurt wechselt. Zuvor hatten bereits die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» und der WDR darüber berichtet.

Simons leitet noch bis 2017 das renommierte experimentelle Theater- und Musikfestival Ruhrtriennale. Für seine erste Saison im vergangenen Jahr hatte er positive Kritiken bekommen. Die Auslastung der mehr als 50 Veranstaltungen lag bei mehr als 90 Prozent. Zuvor hatte Simons fünf Jahre als Intendant den Erfolgskurs der Münchner Kammerspiele fortgeführt. Seine eigenen Regiearbeiten wurden unter anderem zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Johan Simons wuchs im niederländischen Heerjansdam auf. Nach Ausbildungen zum Tänzer und Schauspieler wurde er 1976 Direktor und Schauspieler der Haagsche Comedie, wo er sein erstes Stück inszenierte. 1985 gründete er mit dem Komponisten und Schlagzeuger Paul Koek die Theatergroep Hollandia, die meist weit weg von den großen Theaterstädten in der Provinz spielt.

Nach einigen Jahren in Belgien wechselte Simons 2010 als Intendant an die Münchner Kammerspiele. 2013 ernannte «Theater heute» das Haus zum Theater des Jahres. Für seine Inszenierung von «Dantons Tod» erhielt er ein Jahr später den deutschen Theaterpreis «Der Faust». Im gleichen Jahr wurde er mit dem Berliner Theaterpreis geehrt. Die niederländische Königin Máxima verlieh ihm 2014 für seine Verdienste um das Theater eine der wichtigsten künstlerischen Auszeichnungen der Niederlande, den Prinz Bernhard Kulturfonds Preis.

Anselm Weber war seit 2010 Intendant des Schauspielhauses Bochum. Zuvor hatte er von 2005 bis 2010 das Schauspiel Essen geleitet. Vorgänger von Weber am Schauspielhaus Bochum waren unter anderem Peter Zadek (1972?1979), Claus Peymann (1979?1986), Leander Haußmann (1995?2000) und Matthias Hartmann (2000?2005).

Stadt Frankfurt über Bestellung von Anselm Weber

Bericht WAZ

Bericht WDR