Johanniskirche: Kunst unter strahlenden Fenstern

Ausstellungseröffnung

Die Sonne scheint durch die drei großen Fenster der Johanniskirche und lässt sie in buntem Licht erstrahlen. Ihr Erschaffer, der Künstler Egon Stolterfoht, wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Zu Ehren Stolterfohts eröffnet die Stadtkirchenarbeit am Sonntag, 23. September, eine Ausstellung in der Kirche.

INNENSTADT

von Carsten Christian

, 20.09.2012, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pfarrer Bernd Neuser freut sich auf die Ausstellung über Egon Stolterfoht. Der "Phoenix" ist eine der Tierskulpturen des Künstlers, der auch die Fenster in der Johannis Kirche erschaffen hat.

Pfarrer Bernd Neuser freut sich auf die Ausstellung über Egon Stolterfoht. Der "Phoenix" ist eine der Tierskulpturen des Künstlers, der auch die Fenster in der Johannis Kirche erschaffen hat.

So fand der Pfarrer heraus, dass der gebürtige Hamburger Stolterfoht mit der Anfertigung der Fenster beauftragt wurde, als man die Kirche in den 50er-Jahren wieder aufbaute. Während er hier in der Region relativ wenig Beachtung erfuhr, kennen die Menschen in Berlin, seiner späteren Heimat, ihn als „Vater“ einer Plastik, die den Berliner Bären zeigt, wie er sich lachend auf dem Rücken kugelt. Als Stolterfoht 1986 starb, trauerten die Berliner Zeitungen um den „Mann, der dem Bären das Lachen beibrachte.“ Auch die Johanniskirche zeigt einige der Tierplastiken, auf die der Künstler spezialisiert war. Zudem stellt die Gemeinde zahlreiche Linol-Drucke mit ausdrucksstarken biblischen Szenen aus. Über all dem thronen die drei großen Kirchenfenster, auf denen sechs biblische Geschichten zu sehen sind, darunter Adam und Eva mit der Schlange sowie natürlich die Taufe Jesu durch Johannis den Täufer – dem Namensgeber der Kirche.

Bernd Neuser machte während seiner Recherchen auch die Mäzenin sowie die Tochter Stolterfohts ausfindig. Beide sind bei der Eröffnung dabei und werden einige Worte über das Leben des Künstlers sprechen. „Ich habe einfach alle Stolterfohts in Berlin angeschrieben. Es ist ja ein recht seltener Name“, beschreibt Neuser, wie er die Künstler-Tochter fand. Die Werke sind vom 23. September bis zum 20. Oktober in der Johanniskirche zu sehen, immer dienstags, donnerstags und samstags von 10 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei. Führungen sind nach Vereinbarung möglich