Johnossi und Friska Viljor beim Way-Back-When

Festival-Abschluss

Ett, två, tre, fyra: Der Abschluss des Way-Back-When-Festivals ist mit den Bands Johnossi und Friska Viljor auf Schwedisch eingezählt worden. Beide stammen aus Stockholm, beide bestehen aus je zwei Männern in den Dreißigern. Dabei sind sie so unterschiedlich, wie sie nur sein können.

DORTMUND

, 01.06.2014, 13:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da waren zunächst Friska Viljor im Domicil: Übersetzt bedeutet der Bandname so viel wie "Frischer Wille". Daniel Johansson und Joakim Sveningsson kamen leicht tollpatschig auf die Bühne, auf zwei Barhockern, nur mit Gitarre, Stimme und einem kleinen Synthesizer bewaffnet. "Ich bin eigentlich nie aufgeregt, aber heute zittere ich richtig", gab Sänger Sveningsson zu. Tatsächlich verpassten die beiden Jungs manch einen Einsatz in den Liedern, einmal vergaß Sveningsson sogar den Text. Das machten die beiden - und das machte sie - aber dermaßen sympathisch, dass der Auftritt alles andere als verkorkst war. Sie erzählten davon, wie sie sich als Jugendliche gegenseitig die Freundin ausspannten und wie es war, sich in Kneipen zu schleichen, wo die Alten waren: "Für uns waren die Leute da uralt. Die hatten schließlich Bärte", sagte der Sänger - inzwischen selbst mit reichlich Gesichtsbehaarung - mit Augenzwinkern. Friska Viljor scherzte und flirtete mit dem Publikum und lächelte über den Bühnenrand.

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Das war das Way-Back-When-Festival

Das erste Dortmunder Way-Back-When-Festival hat 40 Newcomer-Bands auf die Bühnen der Clubs gelockt. Zum Abschluss spielten am Samstagabend die Schweden von Johnossi und Friska Viljor. Unsere Fotostrecke zeigt die besten Bilder des Wochenendes.
01.06.2014
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Die Band Asgeir hat im Domicil gespielt.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Band Asgeir hat im Domicil gespielt.© Foto: Nils Foltynowicz
Das Einar Stray Orchestra stand im Domicil auf der Bühne.© Foto: Nils Foltynowicz
Das Einar Stray Orchestra kam mit Violinen ins Domicil.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Mighty Oaks sind im FZW aufgetreten.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Mighty Oaks sind im FZW aufgetreten.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Mighty Oaks sind im FZW aufgetreten.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Mighty Oaks sind im FZW aufgetreten.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Mighty Oaks sind im FZW aufgetreten.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Band Rue Royale stand im FZW auf der Bühne.© Foto: Oliver Schaper
Im Domicil spielte S. Carey.© Foto: Oliver Schaper
In der Streetart Gallery an der Rheinischen Straße trat Dino Joubert auf.© Foto: Oliver Schaper
Spring Offensive standen im FZW auf der Bühne.© Foto: Oliver Schaper
Spring Offensive standen im FZW auf der Bühne.© Foto: Oliver Schaper
Fafarlo kam mit Trompete ins FZW.© Foto: Oliver Schaper
Fafarlo spielte auf der großen Bühne im FZW.© Foto: Oliver Schaper
Fafarlo kam mit Trompete ins FZW.© Foto: Oliver Schaper
Die Band "Chai Khat" konnte man in der Streetart Gallery sprichwörtlich anfassen.© Foto: Oliver Schaper
Die schwedische Band Friska Viljor spielte das letzte Konzert im Domicil.© Foto: Kevin Kindel
Die schwedische Band Friska Viljor spielte das letzte Konzert im Domicil.© Foto: Kevin Kindel
Die schwedische Band Friska Viljor spielte das letzte Konzert im Domicil.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel
Johnossi war wohl die bekannteste Band des jungen Festivals. Die beiden Männer John und Ossi spielten als Hauptact im FZW.© Foto: Kevin Kindel

Man wäre gerne bis zum Schluss geblieben, man hätte sogar gerne im Anschluss noch mit der Band zusammengesessen, wenn es der enge Zeitplan des Festivals nicht anders gewollt hätte. Wollten die Fans pünktlich beim Headliner Johnossi im FZW an der Ritterstraße sein, mussten sie Friska Viljor an der Hansastraße eine Viertelstunde vor Ende verlassen. Dort angekommen wartete die Indie-Kehrtwende um 180 Grad. Johnossi, das sind John Engelbert und Oskar "Ossi" Bonde, ebenfalls aus Stockholm. Ganz in schwarz traten sie vor viele textsichere Fans - durch Hits wie "Man must dance" und "Execution Song" waren sie eindeutig die bekanntesten Musiker des Festivals. Beeindruckend, wie sich die beiden nur von einem Keyboarder unterstützt, ausgepowert haben, vor allem wie Bonde auf sein Schlagzeug einprügelte.

Auf der Strecke blieb dabei aber der Kontakt zum Publikum. Johnossi sind inzwischen Vollprofis und spielten ihr Programm routiniert herunter, unterbrochen nur von kurzen Rufen wie "Geht's euch gut?" oder "Vielen Dank". Hat man bei Friska Viljor noch die Mittsommer-Feier gehört, gab es bei Johnossi (auch textlich) eher den dunklen skandinavischen Winter. Im Domicil wurde auf der Bühne in Lackschuhen Rotwein getrunken, im FZW warf John Engelbert seine leere Bierflasche quer über die Bühne und schmiss zu Ende der Show das Schlagzeug um. Nach insgesamt 40 Bands hat das erste Dortmunder Way-Back-When-Festival jedenfalls einen gebührenden Abschluss gefunden - viele der Besucher haben sicherlich zahlreiche neue Lieblingsbands mit nach Hause genommen.

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