Johns-Hopkins-Universität: Weltweit mehr als eine halbe Million Corona-Tote

Coronavirus

Die Johns-Hopkins-Universität meldet mehr als 500.000 Tote wegen des Coronavirus. In Europa werden zwar weniger Infektionen gemeldet, dagegen steigen die Zahlen anderswo stark an.

Baltimore

29.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Arbeiter sammeln und stapeln die Särge von Menschen, die während der Pandemie auf dem Friedhof La Recoleta in Santiago de Chile eingeäschert worden sind.

Arbeiter sammeln und stapeln die Särge von Menschen, die während der Pandemie auf dem Friedhof La Recoleta in Santiago de Chile eingeäschert worden sind. © picture alliance/dpa

Die Zahl der Coronavirus-Toten weltweit hat die Marke von 500.000 überschritten. Insgesamt seien 500.108 Menschen mit dem Virus gestorben, teilten Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore auf Grundlage von gesammelten Daten am Sonntag mit. Ebenfalls überschritten wurde die Marke von zehn Millionen bestätigten Infektionen.

Etwa einer von vier Todesfällen - mehr als 125.000 - wurde in den USA registriert. Das Land mit der zweithöchsten Todesrate ist Brasilien, mit mehr als 57.000 Toten, etwa einem von neun Erkrankten. Insgesamt registrierten die USA 2.450.000 Infektionen, bei weitem mehr als jedes andere Land und etwa zwei Mal so viele wie Brasilien.

Südafrika rechnet mit Anstieg von Infektionen

Während die Zahl der Neuinfektionen in einigen Ländern zurückging oder konstant blieb, stieg sie in anderen stark an. In mehreren US-Staaten wie Texas und Kalifornien wurden Einschränkungsmaßnahmen wieder zurückgenommen. Der texanische Gouverneur Greg Abbott hatte Geschäften Anfang Mai erlaubt, wieder zu öffnen, schloss am Freitag jedoch Bars und begrenzte Restaurantbesuche. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom nahm die Wiedereröffnung von Bars in sieben Bezirken, darunter Los Angeles, zurück. Acht Bezirke rief er auf, lokale Gesundheitsrichtlinien einzuführen, um Kneipen dort ebenfalls zu schließen.

Der südafrikanische Gesundheitsminister Zwelini Mkhize erwartete, dass der derzeitige Anstieg innerhalb der kommenden zwei Wochen weiter stark zunehmen und Krankenhäuser an ihre Grenzen geraten würden. Der Anstieg gehe auf Menschen zurück, die zur Arbeit zurückgekehrt seien. „Es war daher unvermeidlich, dass es zu Ausbruchsanhäufungen kommen würde, da sich die Infektionen von den Gemeinden auf Versammlungsorte wie Minen, Fabriken, Taxis und Busse ausbreiteten.“

Experten rechnen mit höheren Zahlen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab einen weiteren traurigen Rekord bekannt: Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden weltweit bestätigten Infektionen überstieg zum ersten Mal 189.000 - vor einer Woche waren es erstmals mehr als 183.000 gewesen. Neue Ausbrüche wie der in einem Schweizer Nachtclub und in der englischen Stadt Leicester zeigen, dass das Virus auch in Europa noch zirkuliert. Die Geschwindigkeit entspricht jedoch nicht der in Teilen der USA, Lateinamerikas und Indiens.

Bei den Angaben handelt es sich um offizielle Daten. Es wird davon ausgegangen, dass die tatsächliche Zahl der Toten deutlich höher ist, weil viele Erkrankungen nicht registriert wurden. Insbesondere zu Beginn der Pandemie starben Experten zufolge viele Opfer an der Lungenerkrankung Covid-19, ohne getestet zu werden. Das Virus Sars-CoV-2 trat Ende vergangenen Jahres zum ersten Mal in China auf. Bisher sind weltweit mehr als zehn Millionen Infektionen gemeldet worden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Die US-Steuerbehörde hatte wegen rechtlicher Bedenken keinen Zugriff auf das Sterberegister. Das führte nun dazu, dass 1,4 Milliarden Dollar Corona-Soforthilfe an Verstorbene gezahlt wurden.