Jürgen Balitzk - Seit 30 Jahren ein Mann für alle Fälle

HoT Mengede

MENGEDE Jürgen Balitzki ist seit 30 Jahren in Diensten des „Hauses der offenen Tür“ (HoT) Mengede. Er ist Hausmeister, Kaufmann und Pädagoge in einem.

von Von Arndt Brede

, 06.01.2010, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen Balitzki (r.) ist im HoT Mengede auch Pädagoge. Spiele wie Dschungelfieber sind ohne ihn kaum denkbar.

Jürgen Balitzki (r.) ist im HoT Mengede auch Pädagoge. Spiele wie Dschungelfieber sind ohne ihn kaum denkbar.

: Nach vier Jahren Bundeswehrzeit konnte ich nicht direkt in meinen alten Beruf als Kaufmann im Groß- und Außenhandel im KFZ-Bereich einsteigen. Meine Großmutter hat mir dann gesagt, dass die Stelle im haustechnischen Dienst im HoT ausgeschrieben sei.

: Ja, zusammen mit zehn Bewerbern bin ich dann zu Gesprächen eingeladen worden und eingestellt worden.

: Die Stelle war sogar unbefristet. Damals war das mit den Stellen ja noch nicht so dramatisch.

: Es ist ein großes Haus. Die Größe von 800 Quadratmetern hat mich erstmal erschlagen. Und es wurde fast nur von Deutschen besucht. Finanziell ging es uns damals gut und wir hatten drei statt zwei pädagogische Fachkräfte.

: So ähnlich. Das hat sich aber schnell geändert. Ich bin dann in die Verwaltung reingerutscht. Heute bin ich zu 75 bis 80 Prozent mit Verwaltungsarbeiten beschäftigt.

: Etatverwaltung und Buchführung, damit am Ende des Jahres die Kasse stimmt.

: Ich habe viele Ferienfreizeiten mit Kindern und Jugendlichen verbracht, die ich betreut und geleitet habe. Und im handwerklichen Bereich gestalte ich mit Jugendlichen zusammen Räume und gebe ihnen Einblicke in Materialbeschaffung und Farbgestaltung.

: Ich habe natürlich Kurse belegt, um pädagogisch arbeiten zu können. Das ist zum Beispiel die Grundvoraussetzung, um Ferienfreizeiten leiten zu dürfen.

: Ich mache alle drei Aufgaben gern. Ich kann viel miteinander verknüpfen.

: Ich bin mit der Zeit da reingewachsen, um zum Beispiel auch die Jugendsprache zu beherrschen. Aber klar ist: Wir als Mitarbeiter werden immer älter und unser Klientel bleibt gleich, weil ja manche nicht mehr kommen und immer Neue dazu kommen. Im Verhältnis wird aber der Abstand zwischen uns und den Besuchern größer.

: Ja natürlich. Aber die Qualität der Arbeit leidet nicht. Man wird mittlerweile als älterer Mann angesehen. Was auch Vorteile hat, weil man Bezugsperson wird. Wir sind oft Mutter- und Vaterersatz.

: Oft sind die Eltern der Besucher beide berufstätig. Wir sind aber da, wenn die Kids kommen. Wir nehmen uns Zeit. Wir haben immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen.

: Eine schöne und spannende Zeit, in die ich viel Arbeit investiert habe. Ich möchte keinen Tag missen. Jeder Tag ist eine persönliche Bereicherung für mich.

  • Jürgen Balitzki wurde am 20. Mai 1953 in Westerfilde geboren.
  • Er ging in Bodelschwingh zur Schule.
  • Balitzki hat drei Kinder, zwei Töchter (11 und 28 Jahre alt) und einen Sohn (17 Jahre alt).
  • Hobbys: „Ich habe nicht viel Zeit für Hobbys“, sagt Balitzki. Wenn er aber Zeit habe, gehe er gern Eislaufen.
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