Jugendfeuerwehren üben für den Ernstfall

20-jähriges Bestehen

Es brennt, es raucht, mehrere Personen werden vermisst - zum Glück ist dies nur eine Übung. Die Jugendfeuerwehren aus Bochum haben an einer Lagerhalle der Firma Wollschläger für den Ernstfall geprobt. Und dabei Jugendliche aus einem Tunnel gerettet.

BOCHUM

von Von Jan Michels

, 25.09.2011, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach der Personenrettung kümmern sich Ersthelfer der Feuerwehr bei der Übung um die verletzten und verstörten Personen.

Nach der Personenrettung kümmern sich Ersthelfer der Feuerwehr bei der Übung um die verletzten und verstörten Personen.

Die Ausgangslage: Vier Jugendliche haben in einer Lagerhalle ein Feuer angezündet, um sich daran zu wärmen. Doch dann kommt es zu einer Gasverpuffung. Sie flüchten in einen Tunnel, doch die Rauchentwicklung ist zu stark, um den Weg in die Freiheit zu finden. Die besorgte Mutter eines Jugendlichen rennt in den Tunnel. Dann blockieren auch noch Kisten den letzten Ausweg. Sofort rückt die Feuerwehr an, nach und nach kommen sechs Teams aus ganz Bochum. Für Simon Heußen (32), Abteilungsleiter des Rettungsdienstes, ist es eine Übung wie jede andere auch. Nicht aber für die Jugendfeuerwehr. „Sie wussten nur, dass sie eine Wache besichtigen sollten. Dann kam aber eine richtige Funkmitteilung. Sie dachten erst, sie müssten jetzt ein richtiges Feuer löschen“, erklärt Heußen. Dann herrschte aber schnell Klarheit – kein Ernstfall! Aber eine Überraschung – und eine völlig neue Situation.

Die ersten Feuerwehrmänner räumen den versperrten Ausgang frei, und schon treffen sie auf Anja Göbel (17). Mit einer Rauchvergiftung und Wunden wird sie erstversorgt, während andere Feuerwehrmänner sich mit Schlauch und Tragen auf den Weg in den verrauchten Tunnel machen. „Zuerst erfolgt die Menschenrettung, dann die erste Hilfe und erst dann wird das Feuer gelöscht“, sagt Heußen. Nach und nach werden die restlichen vier Vermissten geborgen. Sie alle haben eine Rauchvergiftung, Brandwunden und stehen unter Schock. Währenddessen wird auf der Rückseite der Lagerhalle eine Wand mit Wasser bespritzt. „Um zu verhindern, dass sich das Feuer ausbreitet“, erklärt Heußen. Alle Kräfte, 39 Jugendliche, 27 Betreuer und fünf freiwillige Schauspieler, wirken äußerst konzentriert.

„Jeder hat etwas zu tun“, sagt Heußen. „Auch, wenn es enorm schwierig ist, sechs Gruppen zu bespaßen.“ Doch zum 20-jährigen Besehen der Jugendfeuerwehr musste es natürlich auch eine Jubiläumsübung geben.

Die Jugendfeuerwehr besteht aus 72 Jugendlichen (66 Jungen, 6 Mädchen) und sucht ständig Verstärkung. Sie wendet sich an Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren.