Juli Zeh thematisiert Amoklauf

Düsseldorfer Schauspielhaus

DÜSSELDORF Für den 16-jährigen Jens ist die Welt nur Karaoke, denn es gibt nichts, was er als Erster tun könnte. So bleibt nur die Möglichkeit, es „krasser“ zu tun – zum Beispiel bei einem Amoklauf in der Schule.

von Von Britta Helmbold

, 11.04.2010, 13:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Schriftstellerin Juli Zeh brachte »Good Morning, Boys and Girls« auf die Düsseldorfer Bühne.

Die Schriftstellerin Juli Zeh brachte »Good Morning, Boys and Girls« auf die Düsseldorfer Bühne.

Nicht chronologisch, sondern in Zeitsprüngen wird von der Planung des Amoklaufs samt Medienresonanz erzählt. Während Wolfram Rupperti als Vater vielleicht zu autoritär gegenüber seinem Sohn auftritt, hätten Christiane Roßbachs verständnisvolle Mutter und Claudia Hübbeckers kumpelhafte Lehrerin aufmerksamer sein können, doch verhindert hätte es die Tat wohl kaum. Neben Elternhaus und Schule nimmt in Jens´ Leben ein Computer-Baller-Spiel eine tragende Rolle ein, doch auch dies liefert keine Erklärung.

Den Jugendjargon hat Zeh gekonnt in knappe Dialoge gefasst: Lisa Arnold als Freundin Susanne nimmt man den Teenager noch ab, aber Denis Geyersbach wirkt nicht wie ein 16-Jähriger, sondern erinnert eher an einen Student. Anerkennender Applaus für einen beklemmenden Theaterabend ohne Schuldzuweisungen. 

  • Termine: 17., 18., 26.4.; Karten: Tel. (0211) 36 9 11.
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