Junge Mädchen lernen Selbstverteidigung

Jugendfreizeitstätte

Die Kinder schreien und die Lehrerin ist zufrieden. Beim Selbstverteidigungs-Kursus von Beate Beatrix ist Schreien in manchen Fällen ausdrücklich erwünscht. In der FFS lernen die kleinen Kursteilnehmer, wie sie sich in gefährlichen Situationen mit erwachsenen Gewalttätern verhalten sollten.

LÜTGENDORTMUND

von Von Navid Moshgbar

, 28.01.2011, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Mädchen lernen sich zu wehren.

Die Mädchen lernen sich zu wehren.

Die Mädels stellen sich im Kreis auf – "so jetzt geht mal in die Kampfhaltung". Die Fäuste fliegen durch die Luft. Was aussieht wie ein Karatetraining, ist eigentlich nur ein Aufwärmen. "Schüttelt euch mal aus." Ganz viel im Kursus hat mit Wahrnehmung und Haltung zu tun. "Ich will ihr Beobachtungs-Vermögen schärfen", so Beatrix. "Wie schaut ihr denn aus, wenn ihr ängstlich seid? Die Schultern gesenkt, den Kopf hängend. So, und jetzt seid mal stark…", die Haltung wirkt deutlich selbstbewusster, die Brust raus, der Kopf gerade.

Auch durch die Sprache kann sich die selbstbewusste Haltung ausdrücken: "Lassen Sie mich los", schallt es durch den Raum. "Sagt niemals du. Wenn ihr Sie sagt, macht es deutlich, dass es ein Fremder ist", sagt die Trainerin. "Auch wenn es ein Onkel oder Cousin ist, der euch Böses will." Ganz wichtig sind Täterbeschreibungen: "Wer will heute der Täter sein?" Die Mädels sitzen im Kreis und versuchen, so viele Details wie nur möglich aufzuzählen. "Das ist das Schwierigste. Die Kinder können nicht so gut schätzen, wie groß oder wie alt eine Person ist. Bezugspersonen helfen da am Besten weiter."

Dann geht es in die "Eins-zu-eins-Situation". Ein Tritt ans Schienbein, und wenn das nichts bringt mit dem Knie in die Leistengegend. "Aber nur, wenn der Täter nicht loslässt", mahnt Beatrix. Seit 25 Jahren gibt sie die Selbstverteidigungskurse: "In der Hoffnung, dass sie es nie brauchen werden", so Beatrix.