Juwelierräuber muss jetzt zehn Jahre ins Gefängnis

Neues Urteil

Erst waren es neun Jahre Haft, jetzt sind es sogar zehn. Weil im Innern eines Handys seine DNA-Spur gefunden worden ist, muss ein Juwelierräuber jetzt noch ein Jahr länger „sitzen“.

BOCHUM/HERNE

22.02.2017, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte neben seiner Verteidigerin Josipa Salm-Francki

Der Angeklagte neben seiner Verteidigerin Josipa Salm-Francki

Der 31-Jährige war nach einer Serie von Überfällen auf Juweliergeschäfte bereits Anfang 2015 zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Doch kaum war das Urteil gesprochen, gab es sofort wieder einen neuen Verdacht. Der Profi-Verbrecher sollte vor seiner Festnahme auch noch bei einem Wildwest-Überfall auf eine Juwelierin in Herne dabei gewesen sein. Deshalb ist ihm nun gleich der nächste Prozess gemacht worden.

Der Überfall auf die Herner Juwelierin war ein echtes Drama – wie in einem Krimi. Die Frau saß in ihrem Pkw, als sie plötzlich gerammt und von zwei Autos eingekeilt wurde. Dann sprangen vier bis fünf Männer aus den Fahrzeugen und schlugen die Seitenscheiben ihres Autos mit Baseballschlägern ein. Die Beute: Schmuck und Goldmünzen im Wert von 5000 Euro.

Tumultartige Szenen

Was die Täter allerdings nicht bemerkt haben: Während der tumultartigen Szenen hat einer von ihnen ein Handy verloren. Und im Innern des Handys war die DNA-Spur des Angeklagten. Die Richter am Bochumer Landgericht gehen davon aus, das er wahrscheinlich Akku und SIM-Karte eingelegt hat.

Ob er selbst mit am Tatort war, ließ sich allerdings nicht beweisen. Deshalb konnten ihn die Richter auch nur wegen Beihilfe verurteilen – und nicht wegen Mittäterschaft. Sonst wäre die alte Strafe von neun Jahren Haft auch nicht nur um ein Jahr auf jetzt zehn Jahre Haft erhöht worden. Der Angeklagte selbst hatte seien Verwicklung in den Herner Überfall bis zuletzt komplett bestritten.